Neonicotinoide: CDU/CSU-Fraktion rechtfertigt Enthaltung

Franz-Josef Holzenkamp neben Ilse Aigner Franz-Josef Holzenkamp neben Ilse Aigner Der Agrarausschuss des Bundestags hat am Mittwoch über das von der EU-Kommission angestrengte Teilverbot von neonicotinoiden Pflanzenschutzmitteln in Europa beraten. Wie Franz-Josef Holzenkamp und Josef Rief von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dazu erklären, habe der Schutz der Bienen für die Union große Bedeutung. Deswegen habe man die Verwendung der Mittel bei uns ja 2008 auch sofort in Mais und Getreide verboten, als Bienen aufgrund einer Falschanwendung zu Schaden kamen.
 
Holzenkamp und Rief halten die Entscheidung der Bundesregierung daher für richtig, dem aktuellen Vorschlag der EU-Kommission zu einem nur teilweisen Verbot von Neonicotinoiden nicht zuzustimmen. Die Kommission hatte geplant, neonicotinoide Pflanzenschutzmittel für Mais und Raps zu verbieten, für Wintergetreide hingegen zuzulassen. Dies hätte laut den Unionspolitikern für Deutschland eine Absenkung des bestehenden Schutzniveaus bedeutet.
 
„Der Einsatz von Neonicotinoiden bei Raps ist in Deutschland unter erheblichen Auflagen erlaubt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass bei Einhaltung der strengen Anwendungsvorschriften von diesen Pflanzenschutzmitteln in Raps keine Gefahr für Bienen ausgeht“, so Holzenkamp und Rief weiter.
 
Die Forderung der Opposition in der gestrigen Ausschusssitzung, Neonicotinoide ganz zu verbieten, sind ihrer Ansicht nach völlig praxisfern. Denn damit würde der Landwirtschaft ein wichtiges Pflanzenschutzmittel entzogen. „Unser Ziel ist vielmehr, den Schutz der Bienen zu gewährleisten, ohne dabei den Pflanzenschutz blind zu beschneiden. Dass unsere Schutzvorschriften wirken, belegt das Deutsche Bienenmonitoring. Bienenschäden wie nach dem Unfall 2008 wurden seitdem nicht mehr dokumentiert“, erklären beide in einer Mitteilung. (ad)
 
Hintergründe:
Ein Stück näher am Neonikotinoid-Verbot (18.3.2013)
Ebner:"Merkel und Aigner fallen Imkern in den Rücken" (16.3.2013)
Neonikotinoide:Keine Mehrheit für eine Nutzungseinschränkung (15.3.2013)

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Doris Peitinger · 1.
    Meinung der Imker zum Bienenmonitoring

    Na, dann hören wir doch mal die Meinung der Imker zu diesem Bienenmonitoring. Die waren wohl anfangs mal der Ansicht, dass es tatsächlich um die Bienengesundheit geht: http://www.imkerdemo.de/hintergrundinformationen/bienenmonitoring/ Nach diesem Artikel stellt sich wohl die Frage, wer hier mit Nebelkerzen wirft und in wessen Auftrag? Wer darüber hinaus die Verhältnisse in China oder den USA kennt, in denen mühsam um Bestäubung gekämpft wird ( in China in manchen Gebieten per Hand ) dem ist mehr als klar, wie unverzichtbar die Bienen für die Landwirtschaft sind. Jedoch, wie sagte mal Merkel:" Deutschland ist ein Chemiestandort". Hierüber sollte man sich Gedanken machen, vor allem als Landwirt...

  2. von jobelego · 2.

    Es ist immer wieder interessant, wie gewisse Kollegen und Kolleginnen sich mittels Falschaussagen und medialer Hilfe in eine bessere Wettbewerbssituation bringen. Da werden nicht nur nichtzutreffende Horrorszenarien betreffend Bienensterben an die Wand gemalt sondern auch völlig schamlos aus 30% bienenbestäubten Nutzpflanzen 80% erlogen. Wer solche "Kollegen" hat braucht keine Feinde mehr.

  3. von fcbayern · 3.
    man kann aber auch nicht alle mittel blind verbieten.

    ich find die regelung gut und meiner ansicht hat das auch nichts mit schutz der chemieriesen zu tun. es ist einfach praxisnah

  4. von Doris Peitinger · 4.
    Lächerliche Falschbehauptungen

    Ist ja lächerlich, dass Frau Aigner es wagt, dieses Bienenmonitoring als neutrale wissenschaftliche Untersuchung zu bezeichnen. Wenn Unternehmen wie Bayer, BASF und Syngenta zu 50 % daran beteiligt sind. Genau diejenigen, die ein Interesse daran haben, dass sie ihre Produkte loswerden. http://www.bund.net/nc/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/nabu-und-bund-kritisieren-bienenmonitoring/ Geschickterweise kommt das Bienensterben 2008 dort überhaupt nicht vor und jetzt soll es durch Falschanwendung entstanden sein? Frau Aigner geht es nicht um die Bienen, sondern einzig und allein darum, Chemieriesen zu schützen. 80% der Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung angewiesen. Ein Bärendienst für die Landwirtschaft!

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