Ostendorff regt sich über Nebenverdienste der Agrarpolitiker auf

[19.10.2012]


Friedrich Ostendorff Friedrich Ostendorff Verdienen die Agrar-Politiker zuviel Geld nebenbei? Davon ist zumindest der Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, überzeugt. Konkret greift er hier die CDU-Politiker Franz-Josef Holzenkamp und Norbert Schindler an, die unter den Top Ten der besten Nebenverdiener sein sollen, gefolgt von ihrem Parteikollegen Johannes Röring. So hätten Holzenkamp und Schindler allein in dieser Legislaturperiode zusätzlich zu ihren Diäten als Abgeordnete mindestens 200.000 Euro aus anderen Tätigkeiten bezogen, betont Ostendorff.
 
Der stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses fordert daher einen Ehrenkodex, nach dem alle Agrarpolitiker des Bundestages auf die gleichzeitige Wahrnehmung bezahlter Leitungsfunktionen im Agrarsektor verzichten sollen. „Die Selbstverständlichkeit mit der Holzenkamp, Schindler und Röring leitende Vorstandsämter neben ihren Abgeordnetentätigkeit wahrnehmen ist unerträglich“, schimpft Ostendorff.
 
Daneben hält er die seiner Meinung nach  „massive Interessenverflechtung“ der drei für mindestens genauso brisant. So sei der CDU-Agrarsprecher Franz-Josef Holzenkamp gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Agrarkonzerns Agravis, Mitglied in diversen Aufsichtsräten der Versicherung LVM und stellv. Präsident des niedersächsischen Landvolks. Norbert Schindler sei neben seiner Abgeordnetentätigkeit Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz-Süd, Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Vizepräsident des DBV und Präsident des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft. Johannes Röring sei Präsident des Bauernverbandes WLV und wirtschaftlich sehr engagiert im Bereich der Agroenergie, zählt Ostendorff auf.
 
Laut dem Grünen-Politiker verschwimmen hier die Grenzen zwischen Haupt- und Nebentätigkeit. „Es ist überhaupt nicht mehr erkennbar, welchen Hut sie aufhaben.“ Nicht ohne Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl spricht sich Ostendorff dafür aus, dieses „Dickicht des Filzes“ zu lichten. (ad)

Leserkommentare

8 Kommentar(e)
  • [20.10.2012]

    Grundsätzlich ist es ja gut, das Berufskollegen auch in den Parlamenten vertreten sind. Aber die Probleme mit den Nebenverdiensten bleiben. Grad im Bereich der freien Wirtschaft sehen wir fast täglich, das da eine Menge Nebenverdienste zu Lobbismus statt der gebotenen Neutralität und Sachverstand führen. Unsere vier Großen Energieversorger lassen grüßen. Man wird Selbständigen nicht verbieten können,sich für ein Mandat zu bewerben,aber ich würd sc hon befürworten, das unsere Parlamentarier während ihrer Mandatszeit und 2-4 Jahre danach keine Nennenswerten Positionen in der freien Wirtschaft innehaben dürften.

    von preuße

  • Ehrencodex für Agrarpolitiker?

    [19.10.2012]

    Und wieso nicht alle, Herr O.? Ich glaube in der Bundespolitik gibt es weitaus schlimmere "Konzernnebentätigkeiten". Vielleicht setzen Sie da mal an. Und endlich mal alles offenlegen, aber auch machen und nicht wie Bilderberger Steinbrück täuschen!

    von yvain

  • Erhöht die Diäten von 12000 auf 20000 €..,

    [19.10.2012]

    wenn Politik damit "ehrlich" wird. Nach dreißig Jahren Butter und Getreidebergen haben wir nun das, was wir immer wollten. Einen guten Weizenpreis (Leitwährung der LW).Nicht die Bioenergienutzung und schon gar nicht der DBV hat das erreicht, sondern der hohe Ölpreis und die Energieknappheit ist dafür verantwortlich. Herr Röring hat nur mit "seinem" EEG 2009 dafür gesorgt, dass z.B. im Kreis Borken erstens schon Betriebe zur Aufgabe gezwungen wurden,zweitens andere wegen hoher Flächenkosten trotz hoher Getreidepreise kein Geld verdienen. Auch gibt es immer noch keine Anzeichen, dass der BV dazu aufruft sich marktwirtschaftlich (weniger Milch/Fleisch) zu verhalten. Ein Armutszeugnis für unseren Berufsstand... . Eine Bemerkung über O. spare ich

    von

  • Abzocker Ostenhoff

    [19.10.2012]

    1.Hat Herr Ostenhoff einen landwirtschaftlichen Betrieb 2.Hat er ein Buch über Kartoffeln herausgegeben wo er auch Geld verdient. Ich meine wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen schmeißen. Dieser Mann ist absolut unglaubwürdig. Es ist immer von Vorteil wenn fachbezogene Abgeordnete im Bundestag sitzen als nur Lehrer,Aristokaraten,Pädagogen usw. Ostenhoff will sich nur immer in den Mittelpunkt stellen,reden lassen umdrehen und so einen Stehenlassen.

    von

  • Was denn nun

    [19.10.2012]

    Diw LWK sagt doch das mindestens ein Betriebsergebnis von 60000 € notwendig ist um zukunftsfähig zu sein..... 3 Jahre mal 60000 = ...... Herr Ostendorf hat doch auch einen Landwirtschaftlichen Betrieb ! Oder werden nur noch Nebenerwerbslandwirte gefordert ???

    von jschulzep

  • Neid...

    [19.10.2012]

    Dann sollten sich bitte auch die Grünen aus sämtlichen NGOs verabschieden!! Herr Gräfe zu Baringdorf ist auch ABL Vorsitzender und Abgeordnerter in Person - gewesen. Sonnleitner hatte meines wissens kein Abgeordneten Amt inne...

    von christian3009

  • Lieber Nebenverdienst als Unsinn reden...

    [19.10.2012]

    Herr Ostendorff sollte einfach ma die Klappe halten! Die Gefahr ist das solche Leuten wie im Artikel genannt dann eher auf ihr Abgeordnetenmandat verzichten als auf ihre Nebenverdienste. Und nachher haben wir nur solche "Ostendorffs" da sitzen, dann aber gute Nacht!

    von schorse77

  • Das ist das sogenannte Netzwerk!

    [19.10.2012]

    Für uns Bauern Wölfe im Schafspelz. Wer bei denen kauft und Mitglied ist, unterstützt diese Machenschaften.

    von Ghostbusters

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