Rukwied: EU-Vorschläge schwächen unsere Landwirtschaft

[12.10.2011]


Joachim Rukwied „Zusätzliche Reglementierungen wie die ‚Greening’-Auflagen mit der darin enthaltenen zwangsweisen Flächenstilllegung von 7 % der gesamten landwirtschaftlichen Ackerfläche sind angesichts der hohen Produktionsstandards völlig unangebracht und bei rund einer Milliarde hungernder Menschen auf der Erde unverständlich. Diese besonders auch für unsere süddeutschen Standortverhältnisse unpassenden Vorschläge würden die Betriebe im Wettbewerb schwächen. Wir fordern deshalb die EU-Kommission auf, ihre Vorschläge praxistauglich und den globalen Herausforderungen gerecht werdend zu überarbeiten.“ Das erklärte Präsident Joachim Rukwied vom Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) gestern nach Bekanntgabe der Agrarreformpläne. 


 
„Wir sind in Baden-Württemberg europaweit Vorreiter einer umweltschonenden Landwirtschaft. In Generationen denkend, wirtschaften unsere Bauernfamilien bodenschonend, nachhaltig und tierschützend. Unsere Umweltleistungen und standortbedingten Nachteile werden teilweise durch die Agrarumweltprogramme des Landes ausgeglichen. Diese Leistungen für unsere Gesellschaft dürfen nicht durch EU-weite Gleichmacherei mit unnötiger ‛Greening’-Bürokratie gefährdet werden“, fordert Rukwied. „Diejenigen Länder in der EU, in denen heute bereits Natur schonend Landwirtschaft betrieben wird, dürfen nicht durch Mittelumverteilungen in ihrer Leistungskraft geschwächt werden“, fordert der Bauernpräsident.
 
Klar spricht sich der Landesbauernpräsident auch gegen die beabsichtigte Neuabgrenzung benachteiligter Gebiete aus, solange diese zu weiteren Nachteilen der Höfe im Land führen würde. Derzeit sind mehr als 60 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Baden-Württembergs als benachteiligte Gebiete ausgewiesen.
 
„Die Belange der süddeutschen Landwirtschaft müssen bei der Ausgestaltung der zukünftigen EU-Agrarpolitik besser berücksichtigt werden“, fordert Rukwied. Dazu nimmt er nicht nur die Bundesagrarministerin, sondern auch den zuständigen grünen Landesminister in die Pflicht: „Es geht nicht an, nur immer weitere Verbote und andere Vorschriften zu erlassen. Jetzt gilt es vielmehr, sich für die Existenzfähigkeit unserer Land- und Forstwirtschaft auf EU-Ebene einzusetzen“, erklärt Rukwied. (ad)

Leserkommentare


Keine Kommentare vorhanden

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!