[23.08.2012]
Russland hatte die EU immer wieder mit schwer nachvollziehbaren Import- und Exportbeschränkungen überrascht.
Russland ist seit gestern formell Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Damit wächst die WTO-Familie auf 156 Staaten. Im Agrarbereich erklärte sich Russland zu einer umfangreichen Marktöffnung bereit. Der durchschnittliche Zollsatz für Agrarprodukte soll von 13,2 % auf 10,8 % gesenkt werden. Für Milchprodukte würde künmftig ein mittlerer Importzoll von 14,9 % erhoben, für Getreide von 10,0 % sowie für Ölsaaten, Öle und Fette von 7,1 %. Kontingente mit einem verringerten Zollsatz werden unter anderem für Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch eingeführt. Die zollfreie Quote für Schweinefleisch wird 2020 durch einen einheitlichen Wertzoll von 25 % ersetzt.
Russland überraschte seine Handelspartner einschließlich der EU in den vergangenen Jahren immer wieder mit schwer nachvollziehbaren Import- und Exportbeschränkungen. Durch den WTO-Beitritt dürfte es für Moskau schwieriger werden, schlecht begründete Handelsschranken aufrechtzuerhalten. Die übrigen Mitglieder können solche Maßnahmen nämlich nun in Genf anprangern und im Zweifelsfall ein Streitschlichtungsverfahren fordern. EU-Handelskommissar Karel de Gucht betonte in Brüssel: ”Ich vertraue darauf, dass Russland die internationalen Handelsregeln und ‑standards, zu denen es sich verpflichtet hat, auch einhalten wird.” (AgE)
Leserkommentare
Keine Kommentare vorhanden
Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!