Sawicki: "Milchquote bis 2020 behalten!"

Marek Sawicki Marek Sawicki Die Beibehaltung der Milchquotenregelung bis 2020 und die Suche nach einer praktikablen Marktsteuerung für die Zeit danach hat Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki beim 5. Bauerntag des BDM vergangene Woche im mecklenburgischen Karow angeregt.

Besonders schwer wirke sich in Polen die Konzentration im Handel aus; dies bewirke ein deutliches Ungleichgewicht im Verhältnis zwischen Erzeugern und Abnehmern der Milch. Ein schneller Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen sei praktisch unmöglich durchzusetzen, zumal die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) durch die unterschiedliche Höhe der Direktzahlungen innerhalb der EU-Landwirtschaft für große Wettbewerbsverzerrungen sorge.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, plädierte auf dem Bauerntag für eine stärkere Position der deutschen Milcherzeuger im Verhältnis zu den Molkereien. Die Fusion von Nordmilch und Humana zum Deutschen Milch Kontor (DMK) habe bislang keine Verbesserung der Marktsituation für die Milcherzeuger bewirkt, monierte Backhaus. Um die Milcherzeuger „auf Augenhöhe“ mit der Molkereiwirtschaft zu bringen, müsste eventuell das Marktstrukturgesetz angepasst werden.

Der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber warb erneut für Fortschritte in der Bündelung der Milch und forderte darüber hinaus, eine gemeinsame flexible Mengensteuerung in Erzeugerhand zu etablieren. (AgE)

Mehr dazu:
Achler: "Quoten-Diskussion verplempert unnötig Zeit und Geld" (13.4.2012)
Wut bei den Milchbauern wächst (13.4.2012)

Das interessiert Sie bestimmt auch:

10 Leserkommentare Kommentieren

  1. von werni · 1.
    Quote

    Hoffentlich erkennen andere Minister,das Herr Sawicki Recht hat.Wenn BDM und DBV zusammen statt gegeneinander arbeiten würden,wäre ein großer Schritt getan.Sonnleitner geht,Foldenauer bald auch??

  2. von Dieter Müller · 2.
    Eine Studienreise nach Kanada könnte vielen die Erleuchtung bringen.

    Fakt ist: in Kanada sind derzeit die Erzeuger, der Staat und die Verbraucher zufrieden. Nur die Konzerne haben dort keine Chance die Michproduktion in ihre Krallen zu beommen. Der aktuelle Milchpreis, für die Erzeuger, liegt bei 77 kanad. Cent sind umgerechnet 58 Euro Cent. Die Erzeuger können aber müssen nicht weiter wachsen. Der Staat ist zufrieden weil er den Betrieben keine Liquiditätshilfen gewähren muss, sondern durchweg etliches an Einkommensteuer erhält. Zudem haben die Betriebe die Möglichkeit, aus eigenen Mitteln, Investitionen durchzuführen. Auch die Banken haben Vorteile, da es weniger "faule Kredite" gibt. Nur die Handelskonzerne haben eine geringere Marge, weil sie nicht teuer sein dürfen als die die US-Discounter.

  3. von chrisitho · 3.
    der hats erkannt

    er hat erkannt das es besser ist die f olgekosten des strukturwandels den verbleibenden milchbauern aufs auge zudrücken in form der qute.

  4. von Friesenkuh · 4.
    Loosfooft

    een sien brod is anner sien dodt..... Recht so Gas geben damit wir dann so richtig ab.....! Unsere Molkereien freuts wegen der Auslastung!

  5. von sebontch · 5.
    ... erkannt ...

    Polens LW- Minister hat es erkannt. Die einzige Möglichkeit, Erzeuger zu stärken, ist die Beibehaltung einer europäischen Quote. Alles andere ist Blödsinn, im übrigen auch eine Mengensteuerung in Erzeugerhand. Mit dem Gerede über Bündelung gehen die EU- Bauern in die gleiche Falle wie die schweizer Bauern.

  6. von xf1 · 6.
    Der Besuch

    Hat es nicht schon Aussagekraft genug, wenn sich ein Landwirtschaftsminister auf einer vom Lanwirtschaftsgegner-Bündnis organisierten Veranstaltung blicken lässt?

  7. von futtersilo · 7.
    Was wollen die Polen meckern ?

    Die können viel billiger produzieren. Es wäre fatal für die bayrischen Melker die Polen zu stützen. Damit würde man nur einen lästigen Konkurrenten unterstützen, der uns später beim Kampf um Marktanteile an der Ladentheke unterbietet. Quote weg... interessiert eh keinen mehr !

  8. von Kommanmder · 8.
    @Slowfoot

    Du hast recht. Und das bis zum Umfallen!! Aber der Artikel zeigt uns doch daß das Thema Milchquote noch nicht vom Tisch ist. Wenn es auch einige wollen.

  9. von Slowfoot · 9.

    Jetzt richtig Gas geben!!!

  10. von Hardthof · 10.
    Oh je, das gibt wieder Aufregung....

    ...im Lager der Billigmelker und Weltmarkteroberer.

Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren oder top agrar gratis testen