Schmid bekräftigt Forderung nach Einsparungen im Agrarhaushalt

[14.08.2012]


nils schmid Nils Schmid Baden-Württembergs Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid hat seine Forderung nach Einsparungen im Landesagrarhaushalt bekräftigt. In einem Schreiben an Funktionsträger seiner Partei Der SPD-Politiker räumte aber ein, seine Formulierung, Bildung sei wichtiger als die Frage, „ob es einen Bauern mehr oder weniger gibt“, sei „unglücklich“ gewesen. Mit dieser Aussage in einem Zeitungsinterview war Schmid sowohl in den eigenen Reihen als auch im landwirtschaftlichen Berufsstand auf teilweise scharfe Kritik gestoßen. Gegenüber seinen Parteifreunden verwies der stellvertretende Ministerpräsident nun auf die Sparzwänge im baden-württembergischen Landeshaushalt. Er habe „überhaupt nichts gegen Landwirtschaft“, so Schmid. Allerdings könne es wie beim Abbau der Lehrerstellen auch „um den Bereich der Landwirtschaft und der Agrarsubventionen keinen Schutzzaun geben“. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit Jahren rückläufig sei. „Und deshalb können und müssen nun auch die Agrarsubventionen überdacht werden“, schreibt der Minister. Unterdessen warf der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Rief dem SPD-Politiker vor, er missachte die Leistungen der Menschen im ländlichen Raum. Rief wertet die Äußerungen Schmids als Indiz, dass für die baden-württembergische Landesregierung und insbesondere für die SPD der ländliche Raum eine nur untergeordnete Rolle spiele.
 
Nach Angaben Schmids gibt das Land Baden-Württemberg jährlich rund 156 Mio. Euro für die Landwirtschaft aus. Damit verbunden seien weitere 130 Mio. Euro von der EU und dem Bund. In der Kommission der Landesregierung für Haushalt und Verwaltungsstruktur werde nunmehr zu prüfen sein, „ob und gegebenenfalls in welchem Maße wir die Finanzzuweisungen des Landes hier reduzieren können“. Schmid weist darauf hin, er akzeptiere die Kritik von Interessenverbänden an dieser Position. Als zuständiger Finanzminister sei es jedoch seine Aufgabe, „die Dinge auch kritisch auf den Prüfstand zu stellen“. Ausdrücklich unterstreicht der SPD-Politiker seine Wertschätzung „gegenüber den vielen hart arbeitenden, bäuerlich Beschäftigten“ und den hohen Stellenwert der Landwirtschaft für die kulturelle Identität des Landes.

Leserkommentare

2 Kommentar(e)
  • Von der Willkür unabhängig machen

    [15.08.2012]

    Dass die Zielgruppe der SPD vermehrt in den Städten zu finden ist, wissen wir. Dass bei einer Person mit festem Gehalt, die anscheinend meint, dass Milch und Gemüse im Supermarkt wachsen, derartig "unglückliche Formulierungen" herauskommen können, müssen wir wohl ertragen. Da nützt nun ein pseudomäßiges Zurückrudern auch nichts mehr. Umso mehr sollten wir versuchen, uns unabhängig von der Willkür irgendwelcher Politiker und Schreibtischtäter zu machen, indem wir unser Geld am Markt zu einem kostendeckenden Preis verdienen. Anstatt die gesamte Bevölkerung mit Billigprodukten zu subventionieren und uns dann Steuergelder vorhalten lassen zu müssen.

    von Doris Peitinger

  • Recht hat er, aber auch wieder nicht

    [14.08.2012]

    Der Mann hat eigentlich recht! Er sollte jedoch mit seinem Ministerpräsidenten nicht nur die einsparmöglichkeiten diskutieren, sondern auch den Abbau von unnützen Auflagen und dem Umweltministerium klar machen, dass man nicht immer mehr fordern kann, weil man nicht mehr das Geld für den finanziellen ausgleich der Geschädigten hat!!! Man kann nicht auf der einen Seite Eigentümer teilenteigenen und auf der anderen Seite kein Geld mehr für Entschädigungen haben. Man kann nicht alles mit der souialpflichtigkeit des eigentums rechtfertigen!!

    von landfuerst

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