Streit: Bayerns Lehranstalten setzen weiter auf GVO-Soja

[05.12.2011]

Futterbeurteilung Triesdorf
Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will mit dem Aktionsplan „Heimische Eiweißfuttermittel“ unabhängig von Sojalieferungen aus Übersee werden, die größtenteils gentechnisch verändert sind. Nach seinem Plan soll in ganz Bayern kein GVO-Futter mehr in die Tröge gelangen. Stattdessen will er den Anbau von Eiweißpflanzen im Land voranbringen, schreibt die Süddeutsche Zeitung.


Als erste Einrichtungen müssten hierbei die eigenen, landwirtschaftlichen Lehranstalten auf GVO-freies Futter umstellen. Die wollen dabei aber nicht mitmachen, heißt es weiter. So lehnen es etwa die Triesdorfer Lehranstalten strikt ab, ihre Kühe, Schweine, Schafe und Hühner nur noch mit gentechnikfreiem Soja zu füttern. Grüne und SPD schreiben der Einrichtung, die immerhin 3000 Schüler jedes Jahr unterrichtet, eine Vorbildfunktion zu. GVO müsse daher vom Betrieb verschwinden.


Der Chef der Triesdorfer Tierhaltungsschule, Uwe Mohr, kontert: „Das Gensoja, das wir an unsere Tiere verfüttern, ist für die Verbraucher unbedenklich, das sind alles kontrollierte und zugelassene Futtermittel. Gentechnikfreies Soja-Futter würde nur unsere Kosten um bis zu 27 000 Euro im Jahr erhöhen.“ Mohr fühlt sich denn auch von den Grünen und der SPD in eine Ecke gedrängt, in die man nicht gehöre. „Die tun ja gerade so, als sei mit unseren Produkte etwas nicht in Ordnung“, sagt Mohr, „das stimmt doch alles nicht, das weisen wir strikt zurück.“


Im Agrarministerium in München jedenfalls soll man die Triesdorfer Hartnäckigkeit mit ziemlichen Unbehagen sehen, heißt es. (ad)
 

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Stures altes Denken

    [07.12.2011]

    Der Schritt des Herrn Brunner in Richtung Eigenversorgung mit Eiweißfuttermittel anstelle von meist genveränderten Futtermitteln aus Übersee führt in die richtige Richtung. Der Sojaanbau in Bayern scheint auch erfolgreich zu verlaufen, wie kürzlich in einem Film zu sehen war. Dass die landwirtschaftlichen Lehranstalten sich hier verweigern, stimmt nachdenklich. Das Kostenargument zieht nicht, siehe Kommentar unten. Soll den Bauern nicht eigentlich beigebracht werden, entsprechend den Kundenwünschen zu produzieren, anstatt von "irgendetwas" "besonders viel"? Leider läßt dies starke Rückschlüsse auf die Lehrpläne und die Lehrenden zu, die anscheinend stur weiter an altem Denken festhalten, anstatt sich neuen Herausforderungen zu stellen.

    von Doris Peitinger

  • Richtig informiert Herr Rohwer?

    [06.12.2011]

    Herr Rohwer, zur Stärkung Ihres gesunden Menschenverstandes und zum Thema "Vernunft und Forschungsergebnisse" bei GVO gibt es hier für Sie und alle Interessierten den richtigen Lesestoff:---- http://www.boelw.de/uploads/media/pdf/Themen/Gentechnik/Risiken_mit_amtlichem_Siegel_110930.pdf

    von helmut_ehrlicher

  • Gesunder Menschenverstand

    [05.12.2011]

    Endlich wehrt sich jemand gegen diesen GVO-Unsinn. Hoffentlich halten die Triesdorfer lange durch. Die bayrischen Versuchsanstalten haben 2 Jahre geforscht und versucht Unterschiede zwischen GVO- und normaler Milch zu finden. Ohne Ergebnis!! Trotz massivem Druck durch die Poltik. Aber Vernunft und Forschungsergebnisse interessieren ja niemanden. Es kann ja jeder GVO-frei füttern, wenn er es wünscht. Aber warum müssen allé gezwungen oder belehrt werden. von Hans-Eggert Rohwer

    von rohwer1

  • Vorbildfunktion und Forschungsauftrag in alle Richtungen wahrnehmen!

    [05.12.2011]

    Allein das Argument der Mehrkosten zeigt schon, dass man sich in Triesdorf scheinbar überhaupt noch nicht mit GVO freiem Soja beschäftigt hat. Denn sonst wüsste Herr Mohr dass es keine Mehrkosten gibt und dieses Argument keines ist. Höhere Verdaulichkeiten und bessere Tierleistungen mit GVO freiem Soja gleichen den leicht höheren Preis aus. Wo sonst als an solch einer Lehranstalt könnte man das einmal genauer untersuchen.

    von helmut_ehrlicher

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