[13.02.2012]
Laut Scherer beurteilen fast 90 % der Milchprofis ihre aktuelle Lage als gut oder zufriedenstellend; das sei ein Wert, der nur selten gemessen werde. Ein klares Signal in Richtung Zukunft sei vor allem die enorme Investitionsbereitschaft der Landwirte in innovative Technologien, zumal moderne Agrartechnik deutliche Effizienz- und Komfortgewinne realisierbar mache, auch und gerade in der Milchproduktion.
Dass die Zukunftsaussichten für die heimischen Milchproduzenten kaum besser sein können, zeigten die Referate renommierter Experten aus Forschung und landwirtschaftlicher Praxis. So waren sich die Fachleute einig, dass mit einem anhaltend positiven Trend für die Milchpreise gerechnet werden könne. „Die Perspektiven für die Milchwirtschaft sind hervorragend“, resümierte Dr. Torsten Hemme, Agrarökonom und Geschäftsführer des Kieler Milchökonomieinstituts IFCN Dairy Research Center. Bis 2025 müsse die globale Milcherzeugung um zusätzliche 200 Mio t gesteigert werden, um dem starken Nachfrageschub auf den internationalen Märkten gerecht werden zu können. Das entspreche einem Zuwachs in Höhe der zehnfachen aktuellen Milchproduktion Neuseelands, das im Milchsektor international sehr bedeutsam sei.
Eine hinreichende Bedarfsdeckung ist nach Ansicht von Hemme allerdings nur dann realisierbar, wenn der Milchpreis durchschnittlich über 30 Cent/kg liegt. Zwar sei dieses Szenario wahrscheinlich, doch es müsse bedacht werden, dass trotz aller positiven Vorzeichen auch weiterhin mit Volatilitäten in der Marktentwicklung gerechnet werden müsse.
Hemme machte deutlich, dass die äußerst effizient und professionell wirtschaftenden Milchviehbetriebe Westeuropas deutlich von der starken Dynamik auf den Rohstoff- und Nahrungsmittelmärkten profitieren könnten. Schließlich mache die Milch - etwa in der Käseherstellung - rund 80 % der Produktionskosten je Kilogramm aus. Und die Nachfrage wachse kontinuierlich, gerade in den Schwellenländern.
Dr. Joachim W. Hesse vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Universität Gießen hob hervor, dass die gut aufgestellten europäischen Betriebe von dieser Entwicklung besonders profitieren könnten, sofern agrarpolitisch endlich Wert auf mehr Marktorientierung gelegt werde. Die Zukunft der Milchviehhalter liege in einer nachhaltigen Intensivierung begründet. (AgE)
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Leserkommentare
Die Agrarzeitung äußert komplett gegenteilige Studie zur VDMA - Wer hat Recht?
[13.02.2012]
Zwei Drittel der deutschen Landwirte gehen darin davon aus, dass das Risiko der Zahlungsunfähigkeit in den nächsten fünf Jahren zunehmen wird. Dies ist eines der Ergebnisse der für Betriebe ab 100 Hektar repräsentativen Studie "Risikomanagement in der Landwirtschaft", die von der "agrarzeitung" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt) in Auftrag gegeben wurde. Die Studie zeigt: Es sind in erster Linie die externen Einflüsse aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, die aus Sicht der Landwirte die Existenz bedrohen. Quelle: www.agrarzeitung.de/risikomanagement
von helmut_ehrlicher
Hochstimmung pur - feine Aussichten
[13.02.2012]
Unsere Experten machen mal wieder richtig Mut. Hochstimmung nennen sie das, wenn der Milchpreis nun wieder ein Niveau von vorgestern erreicht hat. Natürlich, einige von uns merken das nicht einmal und lassen sich blenden, denn sie sind vollkommen mit Wachstum und Arbeit bis über die Ohren beschäftigt. Da erscheint es zweitrangig, sich um einen kostendeckenden Milchpreis zu kümmern. Die Masse machts nämlich!? Es ist egal ob es mit wenig oder mehreren Kühen dann den Bach runter geht. Investitionen sind wichtig, damit die Wirtschaft boomt. Nun im Export liegt der Erfolg in der Milchproduktion. Dort können wir Masse unterbringen, zu welchem Preis, das ist doch egal. Wichtig ist, wir haben die Märkte. Neuseeland ist der Maßstab (3% Marktanteil)
von beernhof
Na dann ist ja alles bestens bestellt!
[13.02.2012]
Bin mal gespannt wie lang die "Hochstimmung" noch anhält oder sinds nur Ersatzinvestitionen oder reichts Geld bei 120 Kühen noch nicht und man sollte laut Dr. Göbbel jetzt 240 haben? Auf jeden Fall ist mit Milchproduktion kein Cent zu verdienen da die Vollkosten nicht gedeckt sind. Doch mit Subventionen aus Brüssel kann man sie ja vorm absaufen retten. Soviel zum Thema "Hochstimmung".
von Ghostbusters
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