Was Aldi vorgibt, ist Gesetz

[23.06.2008]


Aldi Nord und Süd

Aldi und Lidl haben ihre Preise für Milchprodukte auf exakt dasselbe Niveau von 61 Cent für Vollmilch gesenkt. Auch die Supermarktkette Rewe hat mitgemacht. Der Liter fettarme Milch kostet 54 Cent, magerer Speisequark 67 Cent und fettreicher Quark 43 Cent. Wie die Süddeutsche Zeitung erklärt, ist das so, weil Aldi nach einem ungeschriebenen Gesetz als Preisführer gilt. Senkt Aldi die Preise, würden die anderen mitmachen. Normalerweise signalisieren Lieferanten aus der Milchindustrie, die Kontakt zu mehreren Unternehmen haben, im Vorfeld, wohin sich die Preise entwickeln - "und dann muss man halt mitmachen", sagt ein Beteiligter der Zeitung. Der Milchpreis gilt als ein strategischer Preis, weil er viel Aufmerksamkeit genießt. Traditionell nutzten Einzelhändler den Preis für Milch und Butter, um Kunden in den Laden zu locken und dort zum Kauf weiterer Produkte zu verleiten. Da will dann keiner hintendran sein, wenn Aldi die Preise senkt, so die Süddeutsche weiter. Für die Milchbauern stehe dagegen fest, dass hier ein ganz übles Spiel gespielt wird. Molkereien und Handelskonzerne hatten in den vergangenen Wochen über die Einkaufspreise verhandelt. Die Milchbauern hatten mit Lieferstopp gedroht, falls die Preise sinken. Jetzt, wo das eingetreten ist, rufen einige Bauernvereinigungen zum Boykott der Billiganbieter auf. Bei der Einzelhandelskette Rewe zeigt man laut der Zeitung Verständnis für die Empörung. "Wir können die Argumente der Bauern nachvollziehen", sagt ein Sprecher des Konzerns. "Aber wir stehen nun mal im Wettbewerb zu unseren Konkurrenten und sind gezwungen, den Kunden wettbewerbsfähige Preise anzubieten."

"In der Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis", kontert Josef Sanktjohanser, Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE). Es sei mittlerweile wieder mehr Milch im Markt als im vergangenen Jahr, was natürlich dazu führe, dass sie billiger werde. Selbst der Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, Thilo Bode, nimmt laut dem Bericht die Lebensmittel-Discounter gegen Kritik in Schutz. "Der Handel macht nichts anderes, als dass er die Preise weitergibt", sagte er. Im vergangenen Jahr hätten die Konzerne die höheren Preise an die Kunden weitergegeben und jetzt die niedrigeren. "Wenn das anders wäre, würde sich jeder beschweren."

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • auslisten von aldi

    [26.06.2008]

    aldi müßte von den molkereien ausgelistet werden, wenn kein vernüftiger preis gezahlt wird. solidarität unter den molkereien wäre nötig.

    von stollmeier jens

  • Das ist wie mit dem "gelben vom Ei"

    [25.06.2008]

    Man muss zukünftig gezielt streiken. wenn man ein rohes Ei öffnet, kann man ja auch das Weisse vom Gelben trennen. Auch ein Streik könnte ja das nächste Mal mehr die Molkereien treffen, die ausschliesslich Aldi beliefern, soweit diese wirtschaftlich noch unabhängig und liquide sind.

    von Gast

  • milchpreis

    [23.06.2008]

    tja, vielleicht habens jetzt die letzten begriffen: aldi, lidl und co können nur billige milch und milchprodukte verkaufen wenn Sie sie billig einkaufen können.... leute, es geht um die molkereien!!!! hier nimmt das übel seinen anfang...... sabine p.s. komisch während des milchstreiks konnten die molkerein schon solidarisieren......gegen uns!!!

    von Gast

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