[18.12.2008]
Die tierschutzgerechte Ferkelkastration ist zu einem öffentlichen Thema geworden. Ausgehend von den Niederlanden akzeptieren Verbraucher- und Tierschutzorganisationen die bisherige Praxis der betäubungslosen Kastration nicht mehr. Als Alternative setzt unser Nachbarland auf die CO2-Betäubung der Ferkel, in der Schweiz wird zum Teil eine Betäubung mit Isofluran favorisiert. Hier und da wird auch über eine hormonelle Unterdrückung des unerwünschten Ebergeruchs (Immunokastration) nachgedacht. Wieder andere setzen mittelfristig auf die Ebermast mit gleichzeitiger Erkennung des Geschlechtsgeruchs am Schlachtband. Deutschlandweit haben sich die beteiligten Wirtschaftsverbände in der "Düsseldorfer Erklärung" auf den Einsatz von Schmerzmitteln vor der Kastration geeinigt. Gleichzeitig wird nach Lösungen gesucht, bei denen langfristig womöglich ganz auf die Kastration verzcihet werden kann. Bis dahin ist aber der Schmerzmitteleinsatz hierzulande das Mittel der Wahl \- auch, weil die Abnehmer im Lebensmittelhandel vom neuen Jahr an dem Vernehmen nach Nachweise darüber verlangen, dass die Schlachtschweine aus Mastbetrieben mit Schmerzmitteleinsatz stammen. Das Unternehmen Westfleisch hat jetzt jedenfalls in einem Schreiben an seine Ferkel erzeugenden Vertragsbetriebe im "BestFerkel"-Programm eindringlich daran appelliert, die Ferkelkastration vom 1. Januar an unter Schmerzmitteleinsatz vorzunehmen: Die Hoftierärzte könnten entsprechende Präparate verschreiben. Der Schmerzmitteleinsatz sei ein klarer Vermarktungsvorteil.
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