[24.10.2012]
Gänsefleisch steigt zum Jahresende
Die Vermarkter von Gänsefleisch stehen in den Startlöchern und erwarten in den kommenden Wochen eine zunehmende Nachfrage. Wie die Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) mitteilt, werden Gänse in Deutschland zum weitaus überwiegenden Teil zwischen dem St. Martinsfest und Weihnachten verspeist; 90 % der Haushaltseinkäufe dieses Geflügels fallen auf die letzten beiden Monate des Jahres. Aufgrund des starken Saisoncharakters bleibt der Pro-Kopf-Verbrauch laut MEG gering. Im Jahr 2011 verzehrte jeder Einwohner Deutschlands 18,9 kg Geflügelfleisch, davon entfielen nur 300 g auf Gänse. Der landesweite Gesamtverbrauch an Gänsen belief sich vergangenes Jahr auf 25.500 t und fiel bedeutend größer aus als die heimische Produktion. Die MEG beziffert den Selbstversorgungsgrad beim Gänsefleisch gerademal auf knapp 18 %.
Um den Bedarf der Verbraucher befriedigen zu können, ist Deutschland seit langem auf Importe angewiesen. Dabei sind Polen, gefolgt von Ungarn, Hauptlieferanten für Gänsefleisch am deutschen Markt. Die heimische Ware wird den Bonner Marktanalysten zufolge meist von den Erzeugern direkt an Großhandel, Gastronomie und Endverbraucher vermarktet. Beim Verkauf frischer Gänse an Endverbraucher wurde in der Saison des Vorjahres laut MEG eine breite Preisspanne für das Kilogramm zwischen 8,00 Euro bis 14,20 Euro ermittelt. Beim Absatz an den Großhandel lag die Spanne 2011 zwischen 5,50 Euro und 9,90 Euro je kg. Für gefrorene Ware gaben Verbraucher im Saisonschnitt des Vorjahres hingegen nur 4,61 Euro/kg aus. Die große Preisdifferenz zwischen frischer und gefrorener Ware lässt sich den Geflügelexperten zufolge mit unterschiedlichen Teilmärkten erklären: Während im Frischsektor meist deutsche Weidemastgänse veräußert werden, ist Frostware in der Regel Importware. (AgE)
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