[04.08.2012]
Schweinehalter unter Druck
Die Situation für Tierhalter spitzt sich aufgrund von unbefriedigenden Erzeugerpreisen für Milch, Fleisch und Ferkel und einem gleichzeitigen Kostenanstieg weiter zu. Allein der Preis für Sojaextraktionsschrot als wichtige Eiweißkomponente im Futter hat sich seit Anfang des Jahres verdoppelt. Ursache dafür ist die Dürreperiode in den USA.
Um die Abhängigkeit von Weltmarktpreisschwankungen und vom Sojaimport einzudämmen, fordert der Rheinsche Landwirtschaftsverband (RLV) daher Anreizsysteme zum Anbau einheimischer Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen und Erbsen. Eine Möglichkeit wäre eine Berücksichtigung in der GAP.
Um einen weiteren Anstieg der Pachtpreise zu verhindert, muss der Flächenverknappung Einhalt geboten und eine Balance zwischen Nahrungsmittelerzeugung und Energieproduktion gefunden werden.
Diesbezüglich sieht der RLV den Handel in der Verantwortung. Dieser sollte dafür sorgen, dass hochwertige Lebensmittel in der ganzen Nahrungsmittelkette einen angemessenen Wert erzielen. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Tierwohl sind Billigprodukte zu vermeiden.
Leserkommentare
Je mehr desto besser alla Preuße
[05.08.2012]
Zwischen 1000 und 1200 besteht kein großer Effekt der Kostendegression. Wenn man aber rechnet das ein Mastplatz grob gerundet 450 Euro kostet, dann sind 200 Mastplätze schon 90000 Euro mehr Finanzaufwand. Dazu kommt noch das Umlaufkapital. Das rülpst auch heute kein Schweinemäster mal eben raus um "größer" als der Nachbar zu sein. Real definiert man seinen Erfolg/Mißerfolg an den DFkL pro Tier. Das da zwischen den Besten und den schlechtesten Mästern 35 Euro pro Schwein liegen können, das sagt mehr aus als die Stallgröße. Nun zum BDM, Von Drohungen einiger Streikteilnehmer an sogenannte "Streikbrecher", mehr oder weniger freiwillig geöffneten Milchtanks, angebohrten Tanks und der Pleite der "Fairen Milch" hab ich allerdings gehört!
von cord1
[05.08.2012]
cord1, sie sollten eines wissen: Vom BDM ist bisweilen weniger Blödsinn ausgegangen als vom DBV. Im Schweinebereich produziert man ja auch nach dem Motto je mehr desto besser - und wenn der Nachbar einen 1000er Stall baut, bau ich einen mit 1200 Plätzen.....
von preuße
Wer kann sich Schweine noch leisten??
[05.08.2012]
Bei den rassant gestiegenen Futterkosten von über 30 % und den noch zu niedrigen Schweinepreisen werden im nächsten Winter 20 % der Betriebe die Türen für immer schließen! Bei Futterkosten von über 85.- je Mastschwein hält das keiner lange durch. Das Thema Mast auf Bestellung mit 4 Monaten Lieferzeit wird dann kommen!
von schnaidt
Fordern kann man viel...
[05.08.2012]
nur bekommt man es oft nicht. Daran mußte sich der BDM-Milchbauer erst gewöhnen, der Schweinehalter kennt das schon. Zudem lassen sich Ferkel oder Mastschweine nicht medienwirksam mit dem Güllefass auf dem Acker ausbringen. Deswegen bleibt dem Schweinebereich ein solcher Blödsinn erspart...
von cord1
[04.08.2012]
Als Milcherzeuger könnte ich ja jetzt durchaus Schadenfroh sein, waren es doch vor allem auch Schweinehalter, die uns bei unseren Forderungen nach adäquaten Milchpreisen für doof erklärten. Nur so einfach möchte ich es mir nicht machen. Getreide kostet jetzt das, was es auch mindestens kosten darf. Da sieht man, das auch die Preise in der Schweinehaltung eigentlich schon lange induskutabel waren - aber aufgrund reklativ niedriger Futtermittelpreise halt tragbar waren.
von preuße
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