[20.06.2012]
Walter Heidl
Die aktuellen Schwankungen bei den Schweinepreisen sind nicht mehr mit den Gesetzmäßigkeiten des Marktes zu erklären, kritisiert der Bayerische Bauernverband und erinnert daran, dass der Vereinigungspreis für Schweine letzten Freitag um neun Cent von 1,72 Euro/kg auf 1,63 Euro/kg abgestürzt ist.
Hinzu kommt laut dem Verband, dass sie Schlachtunternehmen bereits in der letzten Woche fast durchgehend geschlossene „Hauspreise“ gezahlt haben. Damit hätten sie den Vereinigungspreis der Vorwoche massiv unterlaufen.
Die Präsidentenkonferenz des BBV zeigte sich daher am Montag sehr besorgt, dass Machenschaften statt Markt hier den Takt angäben und Schweinemäster wie Ferkelerzeuger die Zeche dafür zahlten. Dabei seien die Erzeuger darauf angewiesen, dass sich die Preise für Schweinefleisch wie auch die für Ferkel parallel mit den weiter steigenden Futterkosten entwickeln, heißt es.
Schon mehrfach habe der BBV die Schlachtwirtschaft wegen der Hauspreise massiv kritisiert und Gespräche mit mehreren großen Schlachtunternehmen dazu geführt, zuletzt erst Anfang diesen Jahres. Präsident Walter Heidl betont daher: „Wir haben eine erhebliche Konzentration in der Schlachtwirtschaft. Die fünf größten Schlachtunternehmen in Deutschland haben einen Marktanteil von 75 %. Wenn dann zeitgleich exakt die gleichen Hauspreise gemacht werden, dann gebietet der gesunde Menschenverstand die Frage, ob das Zufall sein kann.“
Die BBV-Präsidentenkonferenz ist der Auffassung, dass das Bundeskartellamt diese Zusammenhänge endlich überprüfen sollte. Ferkelerzeuger und Schweinemäster seien die Basis der Wertschöpfungskette Schweinefleisch. „Wenn die Schlachtunternehmen dieses Fundament durch ihre Hauspreispolitik schädigen bzw. schwächen, sägen sie an dem Ast, auf dem letztendlich auch ihre eigenen Unternehmen sitzen“, so Heidl. Er fordert daher von den Schlachtunternehmen, die unsägliche Hauspreispolitik endlich zu beenden. (ad)
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Kritik vom Ausland an deutscher Schweinepreisfindung (19.6.2012)
Leserkommentare
Hoffentlich versteht nun jeder, warum sich Milcherzeuger vom BDM vertreten lassen.
[20.06.2012]
Der Molkereibranche wird es nicht anders ergehen. Kleine und Mittelständige Molkereien werden in Übermilchphasen (aktuell MUH) an die Wand gedrückt. Ein Großkonzern steigt ein. Genau wie im Schlachtbereich besteht bei nicht koordinierter Anlieferung absolut keine realistiche Preisfindung. Aber wir háben ja nun konkurenzfähige Einheiten. Wir erobern alle Märkte! Der DBV wird die Geister nicht mehr los, die er rief.
von Hardthof
Die Geister die ich rief
[20.06.2012]
werd ich nun nicht mehr los! Das ist das Ergebnis von 30 Jahren wachsen! wachsen! wachsen! (natürlich mit staatlicher Förderung). Tönnies baut gerade seine eigenen Mastställe in Russland. Sobald er kann wird er das auch in der EU tun. Smithfield hat vorgemacht wie das geht. An wen wollt ihr dann Eure Schweine noch verramschen? Doch nicht etwa an den um das Tierwohl besorgten Verbraucher?
von user10
100% Zustimmung für den DBV
[20.06.2012]
Das Kartellamt muß dringend prüfen!
von
Hauspreise sollte jedes Unternehmen haben!
[20.06.2012]
Drunter gibts halt nix! Aber Bauern egal ob Milch oder Schwein lassen sich halt gern von grad oben genannten Verband für dumm verkaufen. Jedes Unternehmen hat eine Vollkostenkalkulation mit Löhnen und allem drum und dran dazu noch Risiko und Zinszuschläge und bei uns Bauern erreichen wir nicht mal die Gewinnzone mehr bei keinem Lohnansatz und Dezemberlicher Subventionsüberweisung. Da stinkt was ganz gewaltig.
von Ghostbusters
Hauspreise
[20.06.2012]
Wir müssen immer noch mehr Ställe bauen am besten noch von Schlachtunternehmen finazieren lassen dann wird alles Gut
von bks
realität
[20.06.2012]
wie kann man mit 115prozent selbstversorgung eine marktmacht erreichen?
von vogelsang#001
Markt ??
[20.06.2012]
Wie man sieht ,gibt es den Schweinemarkt nicht mehr. Die Schlachtunternehmen machen mit den Bauern ,was sie wollen. Und die Bauern sind so blöd,das mit sich machen zu lassen. Wenn mir jetzt noch Bauern sagen,dass sie mit der Mast Geld verdienen,zweifle ich manchmal schon an deren Intelligenz. Da wird schöngerechnet bis zum geht nicht mehr. Ich weiss bloss nicht ,was die Schlachter mit ihren Expansionen sich denken . Wo kommen in ein paar Jahren noch Schweine her? Man kann doch nicht den Bauen nichts bezahlen und darauf hoffen,dass sie trotzdem weiter machen.
von Eberhard123
Warum immer nur kritisieren???
[20.06.2012]
Macht sieht anders aus. Siehe Schlachtunternehmen.
von alorie
Marktmacht
[20.06.2012]
Die Schlachter lachen sich doch kaputt. Solange von den Bauern geliefert wird ohne nachzudenken, wird sich da auch nichts ändern. Wie wärs mit einer Gegenstrategie: Z.B. Die Schweine so zu füttern, dass sie mal eine Woche nicht zunehmen? Die Schlachter keine Schweine bekommenn! Es soll mir keiner sagen, dass dies nicht geht. Natürlich geht das
von heipo
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