Rindfleischhandel mit neuem Schwung

[25.04.2012]


rindfleisch Rindfleisch Der internationale Handel mit Rindfleisch soll in diesem Jahr ordentlich Fahrt aufnehmen und Indien dabei zum weltweit bedeutendsten Exporteur aufsteigen. So lauten die jüngsten Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums zur Entwicklung des globalen Rindfleischmarktes. Die Washingtoner Marktexperten setzten mit dem April-Bericht ihre bisherige, im Oktober 2011 veröffentlichte Vorhersage der weltweiten Ausfuhrmenge von Rindfleisch für 2012 von 8,2 Mio .t auf 8,7 Mio. t Schlachtgewicht (SG) nach oben; dies wäre ein neues Rekordniveau und würde im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 573 000 t oder 7,0 % bedeuten. Eine maßgebliche Rolle bei dieser dynamischen Entwicklung soll Indien spielen.

Das US-Ministerium rechnet für das Schwellenland in diesem Jahr mit einem Zuwachs der Rindfleischausfuhren um 25 % auf mehr als 1,5 Mio. t, nachdem diese bereits im vergangenen Jahr um 33 % zugelegt hatten. Damit würde Indien zum wichtigsten Anbieter von Rindfleisch am internationalen Markt aufsteigen und Schwergewichte wie Australien, Brasilien oder die USA hinter sich lassen. Als Gründe dafür werden in dem Bericht aus Washington eine größere Rinderherde, Effizienzgewinne und eine stärkere Exportorientierung der Schlachtbetriebe in Indien genannt. Zudem führe das südasiatische Land fast ausschließlich gefrorenes Büffelfleisch aus, welches preiswerter als Rindfleisch sei und zudem oft dem Halal-Standard entspreche. Dies verschaffe Indien vor allem gegenüber Brasilien Wettbewerbsvorteile auf wichtigen Zielmärkten in Nordafrika sowie in Mittel- und Südostasien.

Der kräftige Anstieg der indischen Rindfleischausfuhren in den vergangenen Jahren sei Folge des stark zunehmenden Rindfleischanfalls - vorwiegend von Büffeln - im Land, der letztlich aus den expansiven Tendenzen der Milcherzeugung resultiere. Der Rindfleischverbrauch in Indien wuchs nach Angaben des US-Ministeriums in den vergangenen vier Jahren nur um 100 000 t, die Erzeugung stieg im gleichen Zeitraum aber um 1 Mio. t. In diesem Jahr dürften rund 44 % der heimischen Produktion im Ausland abgesetzt werden; 2008 lag dieser Anteil erst bei 26 %. AgE

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