Von der Dorfmolkerei zum Global Player
[03.02.2012]
Molkereien müssen sich ständig anpassen
Einen gewaltigen Umstrukturierungsprozess haben Niedersachsens Molkereien in den vergangenen sechzig Jahren bewältigt. Die Zahl der Molkereien hat sich von mehr als 600 im Jahr 1950 auf derzeit 33 deutlich konzentriert, teilt das Landvolk unter Berufung auf die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen mit. Gleichzeitig hat sich die Milchanlieferung im Milchland Niedersachsen von 2,65 Mrd. kg auf gut fünf Mrd. kg Milch verdoppelt. Einige Verarbeitungsunternehmen haben sich in dem Zeitraum von der Dorfmolkerei zu international gefragten Unternehmen gewandelt.
1950 verarbeitete eine typische niedersächsische Molkereien im Jahr gerade 4,4 Mio. kg Milch, 1990 hatte sich dieser Wert bereits auf 36,7 Mio. kg nahezu verzehnfacht. Noch einmal zwanzig Jahre später wurden bereits mehr als 140 kg Mio. kg Milch in einer Verarbeitungsstätte aufgenommen. Die Milchwirtschaft zählt innerhalb der Ernährungsindustrie zu den innovativsten Branchen, ihre Produkte sind nicht nur bei den heimischen Kunden, sondern weltweit gefragt. Je nach Produktpalette erzielen die Molkereien heute zwischen einem Drittel bis zu 50 Prozent ihrer Umsätze mit dem Exportgeschäft und haben auch ihren Lieferanten damit neue Marktchancen erschlossen.
Parallel dazu hat sich auch die Zahl der Milchviehhalter von 237.937 im Jahr 1950, dem Beginn der amtlichen Agrarstatistik, deutlich reduziert. 1980 war ihre Zahl auf 63.503 zu-rückgegangen und auch unter dem Schutz der Quotenregelung setzte sich der Rückgang bis auf 11.806 im Jahr 2010 fort. Die erhebliche Steigerung bei der Anlieferungsmenge hinge-gen fußt bei sinkenden Kuhzahlen auf einer höheren Milchleistung, die inzwischen auf deutlich über 8.000 kg gestiegen ist.
Leserkommentare
Keine Kommentare vorhanden
Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!