Arla erobert China

[15.06.2012]


Arla Arla Beim Molkereikonzern Arla geht es Schlag auf Schlag: Kurz nachdem die Fusion mit der Milch-Union-Hocheifel aus Pronsfeld und der britischen Milk Link angekündigt wurde, gibt es jetzt schon den nächsten Coup: Die Skandinavier planen eine 226 Mio. €-Investition, um den Export europäischer Milch nach China zu vervielfachen.
 
Dazu unterschreibt Arla heute mehrere Abkommen. So vereinbart das Unternehmen mit Chinas führender Molkereigesellschaft China Mengniu Dairy Company Limited ein Abkommen über die Einführung der Marke Arla innerhalb neuer Produktkategorien. Damit ist ein Zugang zu mehr chinesischen Verbrauchern gegeben. Zudem wird vereinbart, dass Arla indirekter Miteigentümer von Mengniu wird, zusammen mit dem größten Aktieninhaber des Unternehmens, Chinas größtem Lebensmittelkonzern COFCO Corporation. Für 226 Mio. € erhält Arla sechs Prozent der Mengniu Aktien. Außerdem will der Konzern ein Wissenszentrum für die chinesische Molkereiindustrie aufbauen.
 
Arla erwartet, dass sich dadurch der Umsatz in China bis 2016 verfünffacht. Im vergangenen Jahr lag er bei rund 93,33 Mio. €.
 
Seit 2005 verkauft Arla im Rahmen eines Joint Ventures mit Mengniu in erster Linie Milchpulver in China. Jetzt will der Konzern sein Engagement auf dem chinesischen Markt vergrößern und um andere Produktkategorien erweitern.
 
Der Konsum vom Molkereiprodukten in China wächst schneller als die Produktion. Derzeit wächst der Umsatz um rund 10 % jährlich. Arla rechnet damit, dass China im Jahr 2020 die USA als größten Markt für Molkereiprodukte überrundet haben wird.
 
„Vor dem Hintergrund der Wachstumsraten ist es für Arla entscheidend, sich auf dem chinesischen Markt fest zu etablieren. Wir sind stolz darauf, dass Chinas führendes Lebensmittelunternehmen COFCO und die Molkereigesellschaft Mengniu Dairy uns als strategischen Kooperationspartner gewählt hat“, sagt Arlas Vorstandsvorsitzender Peder Tuborgh, der verspricht: „Das wird vom ersten Tag an den Milchpreis unserer Genossenschaftsmitglieder positiv beeinflussen. Denn wir bekommen die Möglichkeit, eine weitaus höhere Veredelung und somit höheren Wert für eine Milchmenge zu erhalten, die wir ansonsten auf dem globalen Industriemarkt verkaufen müssten, wo die Gewinne gewöhnlich weitaus niedriger sind.“
 

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Erst mal

    [17.06.2012]

    mußten eine chinesische Molkerei schon wieder Pulver aus dem Verkauf nehmen , der belastet war.

    von Friesenkuh

  • Marktwirtschaft und Risiken

    [15.06.2012]

    Arla wird es wohl genauso machen wie eine andere große, deutsche angebliche Genossenschaftsmolkerei. Für ein Auslandsengagement braucht es dazu keinerlei Risiken eingehen. Wird ja mit Bauerngeld bezahlt. Unserem Geld. Wenn es schief geht in China, was solls? Kriegen die Bauern eben weniger Milchgeld bis die Verluste ausgeglichen sind oder die Genossenschaft macht Pleite bzw wird Übernahmekandidat für die nächste Leutturmmolkerei. Die Geschäftsführer kriegen ihr Gehalt, egal was sie machen. Vorstände und Aufsichtsräte kriegen ihre "Aufwandsentschädigungen" ebenfalls. Nur die Genossen Milcherzeuger, die gucken notfalls als letzte dumm aus der Wäsche und dürfens ausbaden. Das Risiko tragen nicht die Entscheider, sondern nur die Abnicker.

    von detmarkleensang

  • oder sie Erfolg haben...

    [15.06.2012]

    ...wir leben in einer Marktwirtschaft in der Gelegentlich auch Risiken eingangen werden müssen, ob es sich auszahlt wird man sehen...aber ein ständiges festhalten am Status Quo bringt uns nichts ein! Ich gehe nicht davon aus das die Chinesen un kürzester Zeit hochverdelte Milchprodukte herstellen können. Pulver vielleicht schon oder H-Milch, aber sicher keinen Wochenlang gereiften Käse. Nicht ohne Grund fahren die Chinesen (die es sich leisten können und das werden immer mehr) lieber deutsche Autos, als ihre einheimischen Fahrzeuge...

    von christian3009

  • Wenn denn...

    [15.06.2012]

    ... nicht vorher die Blase Arla platzt.

    von sebontch

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