Backhaus: Keine Krise am Milchmarkt herbeireden

[25.06.2012]


 Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Die Lage auf dem Milchmarkt soll nach Ansicht von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus nicht unnötig dramatisiert werden. „Von einer Krise am Milchmarkt sind wir zum Glück weit entfernt. Es sollte auch keine herbeigeredet werden“, sagte der Landespolitiker. Gegenwärtig könne man sogar von einem „leichten Hoffnungsschimmer am Horizont“ sprechen. Denn die Molkereien hätten nach Überschreiten der saisonalen Angebotsspitze inzwischen wieder begonnen, nach längerfristigen Kontrakten zu fragen. Dies werde den Preis festigen, so der Minister.

Auch sind bei den nationalen amtlichen Notierungen nach Backhaus’ Angaben die Preise für Milchpulver seit Ende Mai wieder angestiegen. In Neuseeland sei ebenfalls  ein beachtlicher Preisanstieg zu verzeichnen. Abzuwarten bleibe allerdings, ob sich diese Entwicklung verstetige, so Backhaus. Außerdem habe sich die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Zone seit Anfang Mai durch den schwächeren Euro deutlich verbessert. Das wirke sich positiv auf den Export aus. (AgE)

Leserkommentare

14 Kommentar(e)
  • [26.06.2012]

    Herbeireden brauchen wir die Krise auch nicht mehr - sie ist schon auf der Zielgeraden....

    von preuße

  • Lösungsansätze müssen endlich her !!

    [25.06.2012]

    Keiner von uns kann sagen was genau nach dem Ende der Quotenregelung 2015 passieren wird, aber sehr wahrscheinlich wird: 1. jeder Milchviehbetrieb in der EU das Geld welches vorher in Quotenkosten gebunden war in die Produktion von Milch stecken !2. wieder werden alle aufgebenden Betriebe mit allen Produktionsfaktoren von anderen übernommen werden. 3. Die Weltmärkte werden immer wieder in Kriesen geraten ! (Rohstoffe, Finanzen, krieg. Auseinandersetzungen, etc.) 4. Auch auf anderen Kontinennten wird wo möglich die Milcherzeugung ausgedehnt, um die Bevölkerrung selber zu versorgen. (siehe Schwellenländer). 5. Der Transport von Gütern weltweit (Schiff und Flugverkehr) wird immer teurer. Wer glaubt da, das der Weltmarkt unsere Milch sucht ??

    von torti

  • "Leider wieder nichts daraus gelernt"

    [25.06.2012]

    Das Fatale ist doch einfach das man nichts aus der letzten Milchkriese lernen will! Jeder gute Milchviehhalter würde nach einem grossen Problem in seiner Milchviehherde beim nächsten Auftretten des selben Problems vorher gegensteuern!!! Beim Milchmarkt hingegen wird blind der Quotenaufstockung hinterher gemolken ohne den Markt realistisch zu betrachten. Der Ausbau der Milchproduktion wird in einigen Bundesländern noch mit Steuergeldern angeheizt und die Politik hat scheinbar wieder nur die Aufgabe, Probleme für nicht vorhanden zu erklären. Der Verband klopft sich auf die Schulter, weil er jeden Lösungsvorschlag wieder abschmettern konnte. Gehts schief, muss der Steuerzahler wieder haften. Das kann es doch auch nicht sein ??? Oder??

    von torti

  • nicht so schwarz sehen..

    [25.06.2012]

    meine Molkerei hat angekündigt, dass der Tiefstpreis erreicht ist und noch einen weiteren Monat bestand hat. Dann soll es aber wieder aufwärts gehen. Da kündigt niemand ein Tiefpreisniveau an. Meine Molkerei sieht einen steigenden Milchpreis. Also mehr Optimismus!

    von jole

  • Langsam wirds langweilig

    [25.06.2012]

    Ich frage mich, was würden die Dauerkommentatoren nur schreiben, wenn plötzlich von offizieller Seite auch von einer Krise gesprochen würde????

    von chrisman#001

  • Das Licht am Ende des Tunnels....

    [25.06.2012]

    ...könnte auch das Fahrlicht eines Zuges sein der uns entgegenkommt...

    von alorie

  • Was ist an diesem meinem Satz falsch:

    [25.06.2012]

    "Mittlerweile haben die Molkereien bereits angekündigt, den Auszahlungspreis nächsten Monat auf bis zu 25 Cent zu senken."??? Ein paar kleine Worte machen den Unterschied: "die" und nicht "alle" sowie: "bis zu"! Mag sein, dass Molkeristen bei diesen Worten nervös werden, trotzdem sollten sie aufmerksam lesen, bevor sie sich aufregen. Und wenn das alles doch sooo schlimm sein sollte, warum wird dann wieder der Bote gelyncht und nicht die Molkeristen, die diese Zahlen veröffentlicht haben??? Wer oder was ist denn da bitte "verantwortungslos"? Einige Molkeristen konnten den Hals nicht vollkriegen und haben Milcherzeuger für Überlieferung mit Prämien belohnt. Fliegt ihnen jetzt um die Ohren, ist aber auch egal. Die Bauern müssen es ja ausbaden.

    von detmarkleensang

  • Argument Neuseeland.

    [25.06.2012]

    Aktuell ist auf der Südseite unserer Kugel Winter und demzufolge auch in Neuseeland und Australien die produktionsschwächste Zeit. Wenn also die Pulverpreise, nach starkem Einbruch, wieder leicht nach oben gehen, ist das noch keine Trendwende. Die Nagelprobe kommt bis Ende des Jahres, wenn dort wieder auf Rekordniveau produziert werden sollte. Die Zahlen stehen: eine Mengensteigerung in 2011 von ca. 10,5 % und 2012 von ca. 5 % in Neuseeland. Auch Australien liegt ungefähr 8 % über dem Vorjahr. Herr Backhaus hat die Nachfrageseite nicht erwähnt. Die Experten haben korrekterweise, bei der letzten Milchkrise, von einem Nachfrageeinbruch gesprochen. Diesmal ist es ein weltweiter Produktionsüberhang. Ein Nachfragezuwachs ist nicht in Sicht!!

    von Dieter Müller

  • Die Krise braucht man nicht herbeireden,

    [25.06.2012]

    die ist doch schon da, und keiner wills wahr haben. Wer unter solchen Bedingungen wie in der letzten Dekade noch Landwirt lernt und sich so abhängig macht von ahnungslosen Politiker und selbstsüchtigen Funktionären dem wird wohl die Schulbildung ein wenig fehlen. Bei uns in der Gegend ists bereits jetzt die zweite Generation am werkeln mit dem Spruch: Und der dümmste wird Bauer! Dies war halt früher anders. Die , die studiert haben die sind heute Dr, Ing. und Beamten die uns das leben schwer machen. Drum nicht Nachdenken und allzeit Frohes Schaffen!

    von Ghostbusters

  • von wolfgangheinrich II

    [25.06.2012]

    Und wenn sie glauben, ein Teenager würde den Beruf des Landwirts wählen, bei solch desolaten Bedingungen in der Milchwirtschaft ? Wie soll man denn seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen, bei derart geringen Gewinnspannen? Rechnen sie mal nach Herr Heinrich. Ein Stall kostet vor 20 Jahren 250000€. Nun hab ich wenn ich gut war die Abschreibung nicht verfrühstückt, bezahl aber für den neuen Stall heut massiv Inflation dazu. Nun kommt die Bank ins Spiel und fordert auch Ihren Anteil. Wo bleibt die Perspektive für junge Hofnachfolger, ohne kostendeckenden Erzeugerpreis? Die sagen NEIN, DAS KANN ICH NICHT FINANZIEREN! Wissen Sie nun, weshalb wir nicht lockerlassen. Wenn Sie selbst einen Milchviehbetrieb hätten,wüssten Sie worums es geht

    von Hardthof

  • von wolfgangheinrich

    [25.06.2012]

    Lieber Herr H...... Es geht den praktizierenden Milcherzeugern um die Sache! Und wenn man nach kurzem Luftschnappen wieder unter Wasser gedrückt wird, dann ist es doch wohl sehr angebracht die Mißstände deutlich zu benennen! Wenn Sie dem Hess.Ministerpräs. Bouffier genau zugehört haben, dann wissen sie auch, das es nach seiner Meinung nach nicht sein kann, das diejenigen Landwirte, die die meiste Arbeit haben am wenigsten Verdienen. Ich mach meine Arbeit leidenschaftlich gerne. Die Familie,Kühe und der Betrieb sind es Wert für die nächste Generation fit zu bleiben. Wenn Leute wie sie, der Meinung sind, uns Milcherzeugern sollte nur soviel Einkommen zustehen, damit wir nicht die Produktion einstellen, ist dies eine Schande!

    von Hardthof

  • Mal nachdenken!!!

    [25.06.2012]

    Wir brauchen die Situation nicht schön zu reden. Aber wenn hier Dauerposter verbreiten, d i e Molkereien werden den Milchpreis auf bis zu 25 Cent senken , ist dies verantwortungslos. Über die Probleme der weißen Linie wurde hier für alle sicht- und lesbar oft genug diskutiert. Aber das trifft nicht die ganze Branche!

    von wolfgangheinrich

  • [25.06.2012]

    Na dann liegt es wohl nur an mir, das mein Kontostand von Monat zu Monat weiter absackt. Ich kaufe wohl einfach zu teuer ein, wenn es nicht am Milchpreis liegen soll. Kurz gesagt. Wer nicht klar kommt, ist ein schlechter Landwirt ! Oh man !

    von berndlohse

  • Mal nachrechnen:

    [25.06.2012]

    Die letzte Milchkrise wurde bei einem Auszahlungspreis von 20 Cent per Kilo ausgerufen. Das ist drei Jahre her. Mittlerweile haben die Molkereien bereits angekündigt, den Auszahlungspreis nächsten Monat auf bis zu 25 Cent zu senken. Seit der letzten Milchkrise sind die Erzeugerkosten um 4-5 Cent pro Kilo gestiegen. 25 Cent Auszahlungspreis minus 5 Cent Kostensteigerung ergibt???

    von detmarkleensang

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