[10.02.2012]
Deutsche Molkereien seien zu wenig strukturiert, um dem Lebensmitteleinzelhandel stark gegenüber zu treten. Nur durch Kooperationen der Molkereien untereinander ließen sich künftig höhere Preise durchsetzen, sagte Dr. Schwaiger.
Zudem hätten deutsche Molkereien die Wachstumsmärkte in Asien eindeutig verschlafen. Die neuseeländische Molkerei Fonterra erziele bereits 79 % der Geschäfte im Ausland. Die niederländische Molkerei FrieslandCampina hätte einen Auslandsanteil von rund 74 %. Für das DMK betrage dieser Anteil lediglich 30 %, so Dr. Schwaiger weiter. Daraus ergebe sich ein deutlicher Wettbewerbsnachteil. Denn das DMK müsse den Markt in Asien gänzlich neu erschließen, während ausländische Unternehmen bereits vor Ort seien und schon vor einigen Jahren Joint Ventures geschlossen hätten.
Durch die zunehmende Abhängigkeit vom Weltmarkt seien für das DMK Vertriebsniederlassungen in Ländern mit einer hohen Kaufkraft unumgänglich, gab Dr. Schwaiger einen Einblick in zukünftige Entwicklungsschritte des Konzerns.
Leserkommentare
Statistiken und ihre Aussagen...
[11.02.2012]
Wenn man über die Exportquoten von Neuseeländern, Niederländern und Dänen spricht, dann sollte man auch mal drüber sprechen, wie wiel die gesamte einheimische Bevölkerung konsumieren kann... Neuseeland hat ca. 4,2 Mio. Einwohner, die Niederlande ca. 16,5 Mio. und Dänemark ca. 5,5 Mio. ... Deutschland hat hingegen ca. 81,8 Mio. Einwohner... Ist es da nicht legitim, dass das DMK eine höhere Inlandsgeschäftsquote haben darf?!
von udo_lohmaier
Hier werden Bauern zum Kostenfaktor und Eigentümer zu Stimmvieh degradiert
[10.02.2012]
Die Verlogenheit schreit ja zum Himmel. Nur Umsatz, Marktanteilsgewinn, Weltmarktorientierung und Werksauslastung zählen. Die tatsächlichen Kosten der Rohmilch, sowie der Bauer und seine Bedürfnisse kommen in der Bremer Zentrale nicht mehr vor. Milch ist nur noch Rohstoff und ein Kostenfaktor. Wenn Herr Schwaiger ehrlich die Situation analysieren würde und dazu die vor einer Woche veröffentlichte Studie aus der Uni Wageningen verstanden hätte, dürfte er solche Äußerungen als Verantwortlicher einer Genossenschaft gegenüber den Eigentümern nicht tätigen, denn es ist definitiv falsch. Ein weiterer Beweis, dass fast alle Äußerungen aus diesen Kreisen reine Propaganda sind und es nur um Kontrolle und den Machterhalt gegenüber den Bauern geht.
von helmut_ehrlicher
Eine Rechtfertigung des desolaten Milchpreises vom DMK ?
[10.02.2012]
So könnte man dies verstehen. Während kleinere Molkereien mit Spezialitäten und guten Produkten Wertschöpfung einfahren, war das Credo des Dr. S immer die Chancen in Fernost zu nutzen. Wenn natürlich die global Player fest in diesen Märkten sind, kann es nur über den Preis gelingen dort Fuß zu fassen. Dies wusste jeder. Das eigentlich schlimme daran ist,er tut nun so als wäre es seine neue Erfahrung. Die späte Erkenntniss seiner Fehleinschätzung! Es liegt sicher daran, das es nicht sein Geld ist, das er bei diesen Spielchen in den Weltmeeren versenkt! An Rohstoff mangelts nicht, es wird ja alles schön abgeholt von den Bauern. Tage später wird die Werttschöpfung um Meer versenkt! Nein, Schwéiger sollte nach dieser Erkentnis den Platz räumen!
von Realist79
Ich frage mich was die NM denn in den letzten 11 Jahren gemacht hat
[10.02.2012]
In 2001 schon 26,6% Export ins Ausland...weiter nachzulesen in http://www.welt.de/print-welt/article468793/Nordmilch_will_im_Ausland_weiter_wachsen.html Die Chinesen kaufen ja lieber Gleich ganze Farmen in Neuseeland!
von Friesenkuh
Dr.Schwaiger
[10.02.2012]
Welche Molkerei hat den bei den letzten Verhandlungen den Trinkmilchpreis gedrückt? Und dann solche Aussagen von deren Chef. Da sag ich nur, die kriegen den Hals nicht voll, und alles auf Kosten der Bauern. Der sollte sich mal was schähmen.Und dann noch im Glauben, die seien zu klein, aber selber keinen gescheiten Milchpreis auf die Reihe kriegen. Eigentlich müßte da Herr Dr. Schwaiger mal ganz schön den Mund halten.
von Kommanmder
Strategischer Blender
[10.02.2012]
Mit solchen Aussagen lenkt Schwaiger gezielt von der tatsächlichen Ursache schlechter Milchpreise ab und bereitet gleichzeitig bei den Bauern den Boden für weitere Fusionen im Molkereisektor. Dafür darf man ihn durchaus als stratischen Blender auszeichnen.
von sebontch
Falsche Überschrift ?
[10.02.2012]
Richtig: Auszahlungspreise von DMK hinken hinterher.
von
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