[16.05.2012]
Vor allem in wachsenden Märkten wie China können die Molkereien ihren Absatz von flüssigen Milchprodukten noch steigern, meint der Verpackungsspezialist Tetra Pak.
Das schwedische Verpackungsunternehmen Tetra Pak fordert die Molkereien auf, mehr und bessere Angebote für Geringverdiener in Entwicklungsländern zu machen. Mit derzeit über 2,7 Milliarden bietet diese Gruppe einen sehr großen Absatzmarkt.
Tetra Pak geht davon aus, dass der Milchkonsum dieser Zielgruppe bis 2014 um etwa 7,5 Milliarden Liter auf insgesamt fast 80 Milliarden Liter wachsen könnte. Hinzu kommt, dass viele Geringverdiener in den nächsten Jahren in die Mittelschicht aufsteigen und deshalb höherwertige Milchprodukte kaufen werden. Momentan leben fast 40 % der Weltbevölkerung von zwei bis acht US-Dollar pro Tag. Gleichzeitig konsumiert diese Bevölkerungsgruppe 38 % der flüssigen Milchprodukte.
Der Verpackungsspezialist hat dabei vor allem Verbraucher aus China und Indien, aber auch aus Kenia, Brasilien, Pakistan und Indonesien, im Blick. Für diese Menschen sollten die Molkereien Konzepte entwickeln, die deren Bedürfnissen entsprechen. Dennis Jönsson, Präsident von Tetra Pak, fordert die Milchverarbeiter daher auf, „die Entwicklung, die Distribution und den Verkauf der Produkte anders zu organisieren“.
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Leserkommentare
Tetra Pack ...
[16.05.2012]
... hat ein großes Herz und steht völlig selbstlos an der Seite der Armen dieser Welt gegen die "bösen" Molkereien. Nun, es gibt ja auch noch SIG ...
von sebontch
Was geht TetraPak das an?
[16.05.2012]
Ok, TetraPak war selber schon mal kurz vor der Pleite. Insofern kann ich es verstehen, dass sie die Industrie dazu aufrufen, passende Produkte zu entwickeln, die TetraPak dann verpacken kann. Und damit der Markt auch ein Wachstum generieren kann muss das Ganze dann auch noch billig genug sein, um es in Länder verschiffen zu können, die man bisher noch nicht beliefern konnte. ABER: was geht das den Chinesen oder Inder, den Kenianer oder Pakistani an? Die würden wesentlich mehr von eigenen Märkten profitieren. Nur TetraPak und die Industrie eben nicht! UND: was geht uns Milcherzeuger das an? Können wir auf diesem von der lieben Verarbeitungs- und Verpackungsindustrie anvisierten Preisniveau mehr verdienen als vorher? Nein? Na dann: Ohne uns!!
von detmarkleensang
Das Konzept steht doch schon: Milch muss billig sein!
[16.05.2012]
Anhaltender Marktdruck am Rohmilchmarkt (optimale Molkereiauslastung), billige Weltmarktpreise auch für den Binnenmarkt in Europa (Aldi-Prinzip) und vertikale Integration der Bauern in die Molkereikonzerne (DBV-Bündelungskonzept) sind doch in Umsetzung. Den aufmüpfigen Milchbauern muss nur noch die Erwartung einer gerechten Entlohnung seiner Arbeit aberzogen werden (Achler Prinzip). Denn die hochqualifizierte Arbeit eines westeuropäischen Milcherzeugers muss bei diesem Konzept einfach über das weitergeben sämtlicher Volatilitätsrisiken zwingend an das Lohnniveau der Zielgruppe angepasst werden, sonst ist bei den Managern von Tetra Pak und unseren Leuchttürmen der Trend zum 3. Porsche rückläufig und stürzt die Welt in eine Rezession.
von helmut_ehrlicher
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