Ist Belgien für das Quotenende gerüstet?

[29.06.2012]


EDF Belgien EDF Die belgische Milchwirtschaft sieht sich für das Quotenende im Jahr 2015 gut aufgestellt. Das wurde auf dem Kongress der European Dairy Farmers (EDF) klar, der aktuell in Hasselt (Belgien) stattfindet.

Im Quotenjahr 2010/2011 haben die belgischen Milcherzeuger pro Betrieb mehr Milch angeliefert als die deutschen (330.000 l). Mit einer durchschnittlichen Produktion von 338.000 Liter liegen die Belgier im EU-15-Vergleich auf Platz 6. Die vorderen fünf Plätze belegen Dänemark (1.166.000 l) Großbritannien (907.000 l), die Niederlande (611.000 l) Schweden (472.000 l) und Luxemburg (347.000 l). Das berichtete Renaat Debergh vom belgischen Milchindustrieverband (Belgian Dairy Industry Federation).

Auch in Belgien ist der Strukturwandel zu spüren: Von 2006 bis 2011 hat die Zahl der Milchviehhalter um 23% auf 9.145 abgenommen. Im gleichen Zeitraum sind die Milchanlieferungen um 11% gestiegen. Grund für diesen rasanten Anstieg ist neben den wachsenden Betrieben auch eine Änderung bei der Fettkorrektur.

Debergh erklärte weiterhin, dass sich nicht nur die Milcherzeuger, sondern vor allem die großen Molkereien bereits für das Quotenende rüsten: Milcobel hat die Käseproduktion in Moorslede ausgeweitet. Das Unternehmen setzt zudem auf Mozarella in Langmark und hat einen neuen Pulverturm in Kallo gebaut. Auch andere Molkereien wie FrieslandCampina und die Laiterie des Ardennes investieren kräftig.

Als Schwächen des belgischen Milchsektors bezeichnet Debergh den kleinen Inlandsmarkt mit nur 10 Mio. Konsumenten. Im europäischen Vergleich sind belgische Molkereien sehr klein. Stärken sind das Wachstumspotenzial, die Flexibilität und die Exportorientierung belgischer Molkereien.

Leserkommentare

5 Kommentar(e)
  • Glücklich

    [30.06.2012]

    Gibts da keinen BDM??Oder kein Biogas??Die Glücklichen Bauern in Belgien. Sollen wir nach diesem Artikel in die Hose machen?? Nein Deutschland ist der größte Milcherzeuger in der EU und wird es auch nach 2015 bleiben:

    von

  • Artikel kommt zur richtigen Zeit, und genau nach dem Geschmack von Achler und Co.

    [30.06.2012]

    Was soll das ganze? immer 2015 als das Ziel am Horizont vorschieben, wo wir doch längst in der absoluten Überproduktion uns befinden! Nein. es haben ja noch nicht alle Milchbauern einen neuen großen Stall hingestellt, damit sie auch ab dem 1.4.2015 noch Ihre Milch abgeholt bekommen. Aber unsere Molkereien haben schon vorgesorgt, kapazitäten geschaffen mit unserem Milchgeld, die es nun gilt auszulasten, was wir letztendlich wiederbezahlen müssen. Genauso wie man einen Stall mit 200 Kühen nun mal voll machen muss um der finanzierung Rechnung zu tragen, so müssen auch Molkereien Ihre Anlagen auslasten. Die haben´s aber leichter, die haben billige Milch von den Bauern, die dem Achler und Topagrar bedingungslos in die Versklavung gefolgt sind

    von Hardthof

  • Unterm Strich wird zusammengezählt und nicht wer mehr Milch liefert

    [30.06.2012]

    Übrigens ich gewinne das Hase Igel Spiel oder andersherum gesagt alle Milchbauern werden an 2015 verlieren und davor auch schon wie jetzt.

    von Ghostbusters

  • Verwirrt...

    [30.06.2012]

    Bedeutet das jetzt, dass nur die Milchwirtschaft gut für 2015 gerüstet ist, deren Milchmenge ein ordentliches - und ich meine ordentliches - Plus zu verzeichnen hat? Solide ist also eine Überproduktion zu erzielen? Ach, jetzt fällt es mir wieder ein. Der Weltmarkt wartet doch schon ungeduldig auf die gute belgische Milch. Und um die Schwäche Inlandsmarkt zu beseitigen, könnten die Belgier ja auch zusätzlich noch für ordentlich Nachwuchs sorgen.

    von DonnaWetta

  • Na, klar !!

    [29.06.2012]

    Und in der selben Reihenfolge wie genannt sind die Betriebe auch verschuldet und längst nicht mehr im Besitz "ihrer" Betriebe! Hier wird für einen Krieg gerüstet, der längst verloren ist. Eine weitere "Spekulationsblase" wird dem Steuerzahler in der EU früher oder später aufgezwungen werden. Die der "Milchblase" und "Schweineblase" !

    von torti

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