Italienische Milcherzeuger wirtschaften besonders effizient

[02.02.2012]

Die Gewinne italienischer Milchviehbetriebe sind im Durchschnitt deutlich höher als die ihrer europäischen Berufskollegen. Das zeigte sich in einem Vergleich mit sieben weiteren Milcherzeugerländern der Europäischen Union. Dass größere Betriebe nicht grundsätzlich effizienter sind als kleinere Betriebe, war ein weiteres Ergebnis der Studie des Instituts für Agrarökonomie (LEI) der Universität Wageningen.
 
In der Betriebsgrößenklasse von 40 bis 100 Europäische Größeneinheiten (EGE) erzielten die Italiener in den Jahren 2006 bis 2008 die höchsten durchschnittlichen Einkommen je 100 kg Milch, und zwar in Höhe von 24 Euro. Die folgenden Plätze belegte Belgien mit 17 Euro, Irland mit 16 Euro und Deutschland mit 13 Euro. Die Schlusslichter mit 11 Euro und weniger bildeten in absteigender Reihenfolge Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Dänemark. Auch in der Betriebsgrößenklasse von mehr als 100 EGE belegten die Italiener nach den Berechnungen der Wissenschaftlicher mit einem durchschnittlichen Einkommen je 100 kg Milch von 23 Euro den ersten Platz. Es folgten Belgien mit 18 Euro, Frankreich und Irland mit 12 Euro, Deutschland und die Niederlande mit jeweils 10 Euro, das Vereinigte Königreich mit 8 Euro und Dänemark mit 4 Euro.
 
Der Vergleich der länderspezifischen Ergebnisse in den beiden Betriebsgrößenklassen ergab gemessen am durchschnittlichen Einkommen in Euro je 100 kg Milch Effizienzvorteile für die kleineren Milchviehbetriebe in Deutschland, Italien, Irland, im Vereinigten Königreich und in Dänemark. Dagegen waren in den Niederlanden, Belgien und Frankreich die größeren Betriebe effizienter. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse des LEI auf Effizienznachteile größerer deutscher Betriebe gegenüber kleineren Betrieben in Italien, Belgien, Irland und Frankreich hin. (AgE)

Leserkommentare

12 Kommentar(e)
  • Der Wahrheitsgehalt steht bis zum Gegenbeweis!

    [03.02.2012]

    Wer an der Aussagekraft und am Wahrheitsgehalt zweifelt, der sollte auch in der Lage sein für die aktuelle Situation eine Gegenanalyse zu präsentieren. Solange hier nur persönliche Einschätzungen vorliegen, kann man auch behaupten, dass die derzeitige Einkommensituation noch deutlicher für die italienischen bzw. südtiroler Erzeuger spricht.

    von Dieter Müller

  • Anmerkung

    [03.02.2012]

    Eine alter Sachverhalt wird nicht dadurch aktuelle wenn Elite 4 Jahre später darüber berichtet. Und allein durch eine Veröffentlichung in Elite nimmt die Aussagekraft und der Wahrheitsgehalt auch nicht zu.

    von klausjürgenwittke

  • zu realist

    [03.02.2012]

    Wenn sich BDM und DBV sich mal einigen könnten in punkto flexible Mengensteuerung setzen würden dann wäre viel erreicht. Nur Bio wie es dem BDM vorschwebt das wäre der Untergang der deutschen Milchwirtschaft.Ich verfolge die die Milchpreise in Südtirol schon lange,dazu kommt noch Fremdenverkehr.Norditalien(Poebene)hat größere Betriebsstrukturen die mit den besseren Lagen in der BRD vergleichbar sind. Interessant ist,das unsere Weltmarkt produzenten(Dänemark,Niederlande,) soweit hinten rangieren.Also ist Größe doch nicht alles.Wann kapiert das mal unsere Beratung?Wachsen um jeden Preis,alles auf Pump finanzieren,die Ehe geht kaputt,wegen Arbeitsüberlastung droht "Burn Out"bzw.die Gewinne sind nicht so hoch.Ist das Erstrebenswert?

    von werni

  • Geschmacklos ...

    [03.02.2012]

    ... finde ich die schwere Erkrankung von Rudi Assauer hier als Instrument der Argumentation heranzuziehen. Sein Schicksal und das vieler, vieler anderer ist tragisch genug! Ist das das Niveau und die Geisteshaltung oder die Frustration der MEG Milch Board? Schade! Übrigens bin ich mit Zahlen aus Italien etwas vorsichtig - ohne das Faß Finanzkrise hier aufzumachen.

    von wolfgangheinrich

  • Auch Elite hat diesen Artikel aktuell veröffentlicht.

    [02.02.2012]

    Wenn dieser Nichmilcherzeuger und ehemalige Futtermittelverkäufer Wittke top agrar auf die Jahreszahl aufmerksam machen will, dann sieht man seine Geisteshaltung, Ich würde ihm das Buch von Rudi Aussauer empfehlen, in dem die Alzheimer-Symtome erläutert werden. Er sollte es auch möglichst schnell erwerben, bevor es wieder vergessen wird. Die Studie stand schon in der aktuellen Ausgabe der Elite und ist topaktuell!! Der größte Ärger von Herrn W. ist natürlich, dass seine selbstgestrickten Thesen hier ordentlich widerlegt werden. Falls er Enkel hat sollt er lieber denen Märchen vorlesen.

    von Dieter Müller

  • Jahren 2006 bis 2008 die höchsten

    [02.02.2012]

    An die top agrar Redaktion! Wir schreiben das Jahr 2012. Scheint Ihnen entgangen zu sein. Davon abgesehen macht die ganze Sache keine Aussage hinsichtlich Qualität der Betriebsleitung.

    von klausjürgenwittke

  • Der alternativlose Strukturwandel

    [02.02.2012]

    Es müsste doch nun auch den letzten die Schuppen von den Augern fallen. Einzig und allein profitieren die Molkereiriesen von der Lobbyarbeit unserer Berufsvertreter. Wo sind denn nun unsere fleißigen Topagrar Schreiberlinge, die unsere verbliebene bäuerliche Landwirtschaft als Feindbild erkoren haben? Wahrscheinlich mit Scheuklappen hinterm Ofen sitzen, wenn wir praktizierenden Landwirte im Melkstand frieren! Hallo, noch jemand da?

    von Realist79

  • Danke Martha

    [02.02.2012]

    von Dieter Müller

  • Interessante Studie - Südtirol

    [02.02.2012]

    Hallo Die durschschnittliche Anzahl der Kühe in Südtirol liegt bei ca. 12 - 14 Kühe und die 24 Euro gelten für italienische Verhältnisse und nicht für Südtirol (Berggebiet). Der rest ist richtig. Grüsse

    von martha

  • Interessante Studie.

    [02.02.2012]

    Stellen wir die stärksten Gegensätze dieser Studie einmal gegenüber. Der durchschnittliche Südtiroler Milcherzeuger hat ca. 20 -30 Kühe und ein Einkommen von 24 € pro 100 kg Milch. In Dänemark gibt es den vollendeten Strukturwandel und die größten Betriebe. Hier werden pro 100 kg Milch 4 € Einkommen erzielt. Wer schon öfter in Südtirol Urlaub gemacht hat der kennt auch die Mentalität der heimischen Bauern. Die Eigenständigkeit und finanzielle Unabhängigkeit, dieser Landwirte, steht ganz oben. Zudem wird mehr auf die Vermarktung als auf Mengenwachstum geachtet. Auch die Verbraucher lehnen billige Importware ab und kaufen regionale Erzeugnisse. In Dänemark dagegen ist die "Leibeigenschaft der Bauern" zugunsten der Banken oft Realität.

    von Dieter Müller

  • Was ein besserer Milchpreis nicht alles ausmacht!

    [02.02.2012]

    Großmolkereien wie Parmalat sind schon vor Jahren den Bach runter. Ich beneide immer wieder die Bauern in Südtirol. Hängig, trocken und doch sind sie besser als die Turbofördersüchtige Milcherzeuger aus Holland Dänemark und Deutschland. P.S. Liebe Kollegen die italienischen Milcherzeuger kochen auch nur mit Wasser und haben bestimmt gleiche produktionstechnische Ausbildung aber wo sie uns vorraus sind, ist Vermarktung und die haben ihre Abnehmer teilweise noch auf gleicher Augenhöhe.

    von Ghostbusters

  • Praxis widerlegt wissenschaftliche Produktionstheorie

    [02.02.2012]

    Interessant, die Praxis widerlegt in dieser Studie scheinbar die wissenschaftliche Produktionstheorie vom Economies of scale. Eine Vielzahl kleiner Molkereien und die Tatsache einer geprägten Situation von tendenzieller Knappheit an Rohmilch bringen italienischen Bauern größere Einkommen als der hier in Deutschland von allen Seiten propagierte Unsinn von „Leuchtturm-Molkereien“ und grenzenloser Produktion billiger Massenware für den Export. Aber es ist ja nicht das erklärte Ziel von DBV, DRV und Politik den Bauern hier gute Einkommen zu ermöglichen, sondern es sollen heute Kreuzzüge mit billigen Nahrungsmitteln auf dem Weltmarkt um Marktanteile geführt werden. Das geht aber nur zu wettbewerbsfähigen, sprich billigen Produktionsbedingungen.

    von helmut_ehrlicher

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