[24.02.2009]
Die EU will künftig bei Grundnahrungsmitteln nur noch eingeschränkt nährwert- oder gesundheitsbezogenen Angaben auf der Verpackung zuzulassen. Davon sind auch zahlreiche Milchprodukte betroffen.
Das geht aus einem aktuellen Entwurf der EU-Kommission für eine so genannte Claims-Verordnung hervor. Der Milch-Industrie Verband protestiert gegen dieses Vorhaben, weil dadurch auch viele Milchprodukte, vor allem Käse, diskriminiert würden. Nach den EU-Plänen dürfte künftig z.B. ein calciumreicher Hartkäse keinen Hinweis mehr auf der Verpackung haben, der betont wie wichtig Calcium für die Knochengesundheit sei. Auch auf die ernährungsphysiologische Bedeutung der Fettsäuren im Milchfett dürfe nicht mehr gesondert hingewiesen werden.
Nach Angaben des Milch-Industrie Verbandes dürften mit der Verordnung dann fast 100 % der in Deutschland produzierten Hart- oder Schnittkäse und ca. 85 % der Weichkäse nicht mehr auf ihre positiven Inhaltstoffe in Verbindung mit deren gesundheitlichen Wirkungen hinweisen. Insgesamt wären damit mindestens 60 % der deutschen Käseproduktion diskriminiert. Ebenso betroffen wären alle Sahne und Sahneerzeugnisse sowie Butter.
Der Verband befürchtet auch, dass durch die geplante Verordnung regionale Produkte aus den Regalen verschwinden werden und dass der Verbraucher verunsichert würde. Der MIV fordert jetzt vor diesem Hintergrund, dass die Nährwertprofile grundlegend überarbeitet oder abgelehnt werden.
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