[22.05.2012]
Arla ist weiter auf Wachtsumskurs.
Paukenschlag in der Molkerei-Branche: Der skandinavische Molkerei-Riese Arla will mit der unter Druck geratenen Milchunion Hocheifel (MUH) aus Pronsfeld fusionieren. Und damit nicht genug: Arla hat soeben auch die Fusionspläne mit der viertgröβten britischen Molkerei, der Genossenschaft Milk Link, bekanntgegeben. Mit diesen beiden Zusammenschlüssen würde die Genossenschaft ihren Umsatz auf einen Schlag um jährlich ca. 1,2 Mrd. auf insgesamt 9,4 Mrd. € in 2013 erhöhen.
Besonders in Deutschland wurde schon länger über einen Zusammenschluss von MUH und Arla spekuliert. Über das Zustandekommen der Fusion stimmen nun die Vertreter der Mitglieder in den Vertreterversammlungen beider Genossenschaften jeweils am 26. Juni 2012 ab. Entstehen würde das drittgrößte Molkereiunternehmen in Deutschland.
Der angestrebte Zusammenschluss erfolgt nach dem Prinzip „gleiche Rechte und Pflichten“ für alle Mitglieder. Die MUH bliebe bei einem Zusammenschluss als Genossenschaft mit ihren Mitgliedern bestehen und tritt als solche der Arla bei. Somit blieben die demokratischen Strukturen auch nach einer Fusion erhalten. Darüber hinaus wird MUH künftig mit eigenen Repräsentanten in den Gremien der Arla vertreten sein.
Die der MUH angehörigen Landwirte erhalten im Zuge eines Zusammenschlusses von Arla eine uneingeschränkte Milchabnahmegarantie. Außerdem wird ihr Milchauszahlungspreis künftig auf derselben Grundlage berechnet, wie sie auch für die anderen Mitglieder der Arla Food gültig ist. In den vergangenen Jahren hat die MUH im bundesweiten Vergleich nur unterdurchschnittlich ausgezahlt.
Deutschland gehört zu den wichtigsten Märkten von Arla. „Nach dem Zusammenschluss mit Hansa-Milch sowie der Übernahme von Allgäuland im vergangenen Jahr ist es für uns sehr wichtig, Arlas Position in Deutschland weiter zu stärken“, erklärt Peder Tuborgh, Geschäftsfühger von Arla. Der geplante Zusammenschluss mit der MUH sei daher ein logischer Schritt.
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Leserkommentare
Wer belügt die Bauern? DMK oder ARLA?
[23.05.2012]
Warum sucht ARLA so offensiv den Zutritt nach Deutschland, wo nach Aussage unserer schlauen Manager der DMK (Axel Hampe) wegen Marktsättigung nichts mehr zu holen ist. Einer lügt! Zudem setzt sich ARLA hier bewusst einem Markt aus mit selbst erschaffenen Abfüllanlagen-Überkapazitäten! Verpasst ARLA hier nicht den Trend nach China? Warum sucht sich die MUH so direkt einen ausländischen Partner, Hochwald oder DMK wäre neben dran gewesen und hätten kaum einen Dolmetscher gebraucht? Oder ist es kühle Taktik und Strategie gegenüber den Bauern lieber einen z.Z. halbwegs gesunden Partner aus dem Ausland mit nicht so schlechtem Ruf wie dem DMK als ersten Fusionspartner zu nehmen? Die Fusion (Milchpreisabsenkung) mit DMK kommt dann eben später?
von helmut_ehrlicher
@ Futtersilo Solang das Ehrenamt eine gute
[22.05.2012]
Aufwandsentschädigung erhält wie bei Allgäuland dann ists ja gut. Die haben sich schadlos gehalten und ihre treuglaubenden Untertanen sauber abgezockt. Ehrenamt heißt nicht umsonst sondern erhalten z. Teil überhöhte Bezüge die mit nichts zu rechtfertigen sind. Bezahltes Ehrenamt in Form von überhöhter Aufwandsentschädigung ist Verarschung des Bürgers und kleinen Mannes. Und so wies aussieht werden es bei Arla nicht weniger solcher Kostgänger die ihren eigenen Milchpreis damit etwas Quersubventionieren und die anderen dafür zum Stillhalten motivieren.
von Ghostbusters
[22.05.2012]
Und was bringt uns diese Fusion, außer das sie vom DBV als gut gepriesen wird? Richtig - vermutlich nichts.....
von preuße
Bringt das was, wenn Bauern zuviel mitreden ?
[22.05.2012]
Allgäuland hatte wohl die aufgeblähtesten Ehrenamtsgremien, mit größter Basisdemokratie - und der Laden ging sangundklanglos Baden. Die Dinge sollten transparent sein und das Managment gut. Denke das macht Arla mit seinen eher kleinen skandinavischen Bauern ganzgut und der preis war immer besser als, die der trägen deutschen Molkereien und wenns unsere verschnarchte Molkereimafia aufrüttelt, dann kann ARLA nicht so schlecht für uns werden ! Denke die Fusion ist auch ein deutliches Signal an den auspressenden Einzelhandel mit seinen geizgeilen verbrauchern.
von futtersilo
Dies war noch nicht...
[22.05.2012]
... die letzte Fusion der Milchbranche. Die großen Player werden weiter miteinander fussionieren, unter 1 Mrd kg ist man mittlerweile schon kein interessanter Partner mehr. Spätestens nach 2015 gehts dann richtig zur Sache, die kleinen Meiereien (<1Mrdkg) werden am Markt nicht übernommen, sondern schlicht eliminiert!
von sebontch
Die MUH war ja nicht pleite
[22.05.2012]
Die Allgäuland war ja pleite und wurde gekauft von ARLA. Die MUH hat ja mit ARLA fusioniert, dass ist eben der feine Unterschied. Die Allgäuland-Bauern können ja Genossenschaftsanteile bei ARLA einzahlen, dann gibts auch den gleichen Milchpreis. Die ARLA war ja nicht schuld an der Blauäugigkeit der Allgäulandbauern.
von futtersilo
Wieso Paukenschlag?
[22.05.2012]
Mit den ersten Gerüchten war diese Entscheidung doch eigentlich allen klar. Das war nun wirklich nicht anders zu erwarten. Was zu erwarten bleibt wird sein, wie viel Möglichkeit die Milcherzeuger noch haben werden, ihrerseits an einem Milchmarkt teilzunehmen. Bereits jetzt sind Molkereiwechsel über die Grenzen mehrerer Bundesländer hinweg völlig sinnlos, weil eine Molkerei überall ist und mit den anderen Molkereien zusammenarbeitet, wenigstens partiell. Unsere Milch geht an Verarbeitungsbetriebe, mit denen wir weder vertraglich noch genossenschaftlich überhaupt etwas zu tun haben. Das machen die Geschäftsleitungen schon unter sich aus, abseits der Mitgliederversammlungen. Sie reden uns ein Milch wäre austauschbar und verfahren auch so damit
von detmarkleensang
Ob die übernommenen Allgäuländer als nicht Genossen
[22.05.2012]
den selben Auszahlungspreis erhalten wie die richtigen Genossen bleibt fraglich?
von Ghostbusters
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