[06.07.2012]
Die Klauen sollten etwa zweimal pro Jahr geschnitten werden.
"Etwa 65 % der Abgänge bei den Milchkühen gehen direkt oder indirekt auf Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen zurück", berichtete Dr. Hans-Peter Klindworth, vom Rindergesundheitsdienst Niedersachsen, gestern auf einem Klauenseminiar in Echem. Er empfiehlt, mindestens zweimal im Jahr eine funktionelle Klauenpflege bei allen Kühen durchzuführen.
Nach Dr. Klindworth besteht im Bereich der Klauengesundheit noch großer Nachholbedarf, was die Forschung betrifft. Viele Untersuchungen seien auf dem Stand von vor 30 Jahren. Aktuelle Krankheiten wie zum Beispiel Mortellaro seien nicht hinreichend erforscht. "Das Wissen muss deutlich verbessert werden", forderte der Experte.
Für Dr. Andrea Fiedler ist neben der Klauenpflege die tägliche Reinigung der Laufflächen und Liegeboxen ein wichtiger Baustein für gesunde Klauen. Mit einem gezielten Hygienemanagement im Stall kann vielen Klauenkrankheiten vorgebeugt werden.
Besonders bei unregelmäßig abgeschobenen Laufflächen ist der Keimdruck sehr groß. Der feuchte Boden lässt das Klauenhorn quellen. Es wird von der Gülle angegriffen und bietet den Bakterien damit eine Eintrittspforte. Im Horn lösen sie anschließend Entzündungen aus. Um das zu vermeiden, sollten die Laufflächen mehrmals täglich abgeschoben werden.
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