Molkerei Ansbach: Sind die Medien schuld?

[19.04.2012]


Molkerei Ansbach Die Bezirksmolkerei Ansbach machte im vergangenen Jahr einen Verlust von 7,2 Mio. €. Nachdem ihnen bei der Generalversammlung die Entlastung versagt wurde, treten Vorstand und Aufsichtsrat der Bezirksmolkerei Ansbach (BEMA) nun die Flucht nach vorne an und haben sich mit einer Stellungnahme an die Mitglieder der Genossenschaft gewandt.
 
Für die Zahlungsausfälle aus riskanten Italiengeschäften macht das Ansbacher Ehrenamt auch die Presse verantwortlich. „Die anhaltend negative Berichterstattung in den Medien hat Verhandlungen und Eintreibungen von Forderungen in Italien erheblich erschwert“, heißt es wörtlich in dem Schreiben. Und weiter: „Wir werden darauf hinweisen, dass viele Meldungen in der Presse nicht von uns veranlasst wurden und in vielen Punkten nicht den Tatsachen entsprechen.“
 
Der Vorwurf fällt letztlich auf die Verantwortlichen in Ansbach selbst zurück, weil sie die Lage der Genossenschaftsmolkerei nicht transparent kommunizieren. So weigert sich der Vorstandsvorsitzende Jürgen Schwab, bei Pressenanfragen Stellung zu beziehen. Und bei der Generalversammlung Anfang April war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
 
Dabei wäre der Aufklärungsbedarf groß. Die Forderungsausfälle der kleinen Genossenschaftsmolkerei waren 2011 so groß, dass die BEMA Einzelwertberichtigungen in Höhe von 7,2 Mio. € vornehmen musste. Der Verlust der Molkerei lag in gleicher Höhe, das Eigenkapital schmolz um zwei Drittel.
 
Zugute halten muss man dem Ansbacher Ehrenamt jedoch, dass sie Maßnahmen zur Aufklärung und zur Prüfung von Regessansprüchen eingeleitet haben. „Nachdem mehrere Anläufe beim Genossenschaftsverband mit der Aufforderung um Mithilfe erfolglos blieben, haben wir dafür eine Anwaltskanzlei beauftragt“, schreiben die Verantwortlichen der BEMA.
Die Ansbacher Lieferanten und Anteilseigner hoffen nun, dass die beauftragte Kanzlei neutral bleibt und kein Gefälligkeitsgutachten erstellt.
 
Weitere Informationen zur Bezirksmolkerei Ansbach finden Sie im Rinderspezialprogramm der druckfrischen Mai-Ausgabe von top agrar. (do)
 
 
 
 

Leserkommentare

2 Kommentar(e)
  • [19.04.2012]

    Sorry, ! Hier hat aber das Ehrenamt wohl richtig gepennt!!! Für riskante Geschäfte gibt es eine Schadensausfallversicherung die man sich bei solchen Geschäften zulegen sollte. Wenn man aber immer das unterste aus der Kanne haben will, ist die Gefahr groß, daß einem der Deckel auf dem Kopf fällt.

    von j.h.#001

  • [19.04.2012]

    n

    von j.h.#001

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