Russland erhöht Einfuhrzölle auf Milchprodukte

[06.02.2009]


Der Export von Milchprodukten nach Russland gestaltet sich zunehmend schwieriger. Wie die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet, hat der russische Staat den Einfuhrzoll auf Milch und gezuckerte Kondenssahne um fünf Prozentpunkte auf 20 Prozent erhöht. Die Einfuhrzölle auf Butter und einige andere Milchprodukte wurden ebenfalls nach oben korrigiert. Im Laufe von neun Monaten gilt für diese Erzeugnisse ein Einfuhrzoll von 15 %, aber nicht weniger als 0,35 Euro/kg, bisher waren es 0,22 Euro/kg.

Ein entsprechender Kabinettsbeschluss wurde bereits von Ministerpräsident Wladimir Putin am 31. Januar unterzeichnet. Die Erhöhung tritt einen Monat nach seiner offiziellen Veröffentlichung in Kraft.

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • Recht haben sie

    [06.02.2009]

    Recht haben die Russen! Ich würde meine aufstrebende Landwirtschaft nicht den europäischen Dumpingpreisen zum Fraß vorwerfen.

    von t.m

  • Fehlgeleitete Politik

    [06.02.2009]

    Herr Stefan Dürr hatte genau dies bereits auf der Grünen Woche in Berlin angekündigt! Wieder zerplatzt eine von der Politik und Bauernverband aufgeblasene Export-Seifenblase. Die von der Molkereiwirtschaft aktiv betriebene Mengenausweitung unter dem Deckmantel einer "Quotenabschaffung" diente immer rein dazu, deren Exportgelüste zu befriedigen. Somit schufen so einen künstlichen Hoffnungsschimmerhorizont, der jetzt an der harten Realität scheitert. Einsicht und Maßnahmen zur Ã"nderung sind wohl kaum von den Betreibern dieser fehlgeleiteten Politik zu erwarten. Denn mit Vernunft, Weitsicht, sowie einer Sicherstellung der Ernährungssouveränität in den eigenen Gebieten, sowie einer finanziellen Stärkung der eigenen Milcherzeuger hat diese Politik nichts mehr zu tun. Ebenso ist es absolut unehrlich, wenn den Milcherzeugern diese Handlungsweise sogar von der eigenen sog. Interessensvertretung als notwendig vermitteln wird. Mir kommt es so vor, als ob die EU KOM auf dem Rücken der Milchbauern in Europa eher eine Art globalen Handelskrieg austrägt, indem Steuergelder für Exportsubventionen eingesetzt werden, um gezielt andere Märkte zu zerstören. In Neuseeland stürzten daraufhin die Milchpreise wegen dieser neuen Exportsubventionen der EU vor kurzem schon in den Keller. Jetzt verhindert Russland den europäischen Eroberungszug auf seinen Milchmarkt durch "Strafzölle". Es erweckt immer stärker den Eindruck, daß mit der derzeit verfolgten Politik wieder zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden sollen: Man will gleichzeitig andere Märkte "erobern" und durch diese Dumpingmethoden, die auch eine nachhaltige Absenkung des Weltmarktpreises bewirken, die Milchbauern hier in Deutschland in die totale Abhängigkeit von riesigen Molkereikonzernen treiben, die jetzt zu sogenannten "Leuchttürmen" verfusioniert werden. Milchbauern steht auf und wehrt euch dagegen, ehe es zu spät ist! der einfachste Weg dazu ist die Bündelung im Milchboard!

    von Doris Peitinger

  • Verpuffen

    [06.02.2009]

    Protektionismus der EU (Exporterstattungen) ruft Protektionismus (Erhöhung der Einfuhrzölle) in Russland hervor. Und die europäischen Steuern verpuffen ins Nichts. Schaun wir mal, wie schlimm es noch wird? Ein Gutes haben wir ja, wir müssen uns nicht selber beschränken, wir produzieren uns zu Tode

    von nohring

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