[15.08.2011]
Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen soll das Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut (vTI) dazu die Grundlagen liefern; eine wissenschaftliche Beratung erhielt die Landesvereinigung bereits über eine Masterarbeit an der Universität Münster. Der Landesbauernverband wies unter Berufung auf die LVN auf das Drei-Säulen-Modell hin, mit dem nachhaltige Wirtschaftsweisen beschrieben werden. Danach sollen Ziele des Umweltschutzes, des sozialen Miteinanders und des wirtschaftlichen Erfolges gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Bezogen auf die 12 000 niedersächsischen Milcherzeugerbetriebe bedeute der ökonomische Aspekt, dass gesunde Tiere gute Leistungen erbrächten und damit einen hochwertigen und gesunden Rohstoff produzierten, erläuterte der Landvolkverband. Mit Blick auf die Ökologie stehe die natürliche Wirtschaftsweise im Vordergrund. Beispielsweise verbrauchten moderne, offene und durchlüftete Ställe wenig Energie und in Melkanlagen lasse sich durch die Wärmerückgewinnung zusätzlich Energie einsparen. Hinsichtlich des sozialen Aspektes lieferten Milchviehbetriebe naturnahe Arbeitsplätze und ein vielfältiges Aufgabenspektrum.
Vor diesem Hintergrund sind aus Sicht des stellvertretenden LVN-Vorsitzenden Jan Heusmann die niedersächsischen Milchbetriebe für die Nachhaltigkeitsdebatte gut gerüstet. Wenig glücklich sei die Branche allerdings mit dem sogenannten CO2-Fußabdruck, der als Maßstab für die Bilanz der Treibhausgasemissionen genommen werde, berichtete das Landvolk.
Der ökologische Fußabdruck benachteilige nämlich in erster Linie fetthaltige Milchprodukte und vernachlässige das ernährungsphysiologisch hochwertige Milcheiweiß, das in der Koppelproduktion verwertet werde. Immerhin könnten nur Wiederkäuer Gras verwerten. Zudem stellten die Kühe mit der Milch eine Eiweißquelle für den Menschen zur Verfügung. Darüber hinaus könne auch der Verbraucher durch zu lange Lagerung, weite Transportwege und hohe Produktverluste die Klimabilanz negativ beeinflussen. Diese und weitere Informationen zur Nachhaltigkeit will der LVN nun in einem „Merk-Chart“ aufarbeiten und in Schulen für die 14- bis 19-Jährigen zur Verfügung stellen. (AgE)
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