Dr. Wilstacke: „Wir brauchen eine Zukunftsstrategie“

[07.09.2012]


wil Dr. Ludger Wilstacke Die deutsche Milchwirtschaft braucht dringend eine weitreichende Zukunftsstrategie. Denn inzwischen gehen 50% der Milch in den Export, da der Inlandsverbrauch sinkt. Das Preisverhältnis ist auch nicht ausreichend. Dies erklärte Dr. Ludger Wilstacke vom Landwirtschaftsministerium NRW in seinem Grußwort beim Forum Milch der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW.

Klar sei, dass die Quote ausläuft. Für eine staatliche EU-weite Mengensteuerung müsse die Europäische Kommission einen Vorschlag ausarbeiten und im Agrarrat Zuspruch dafür finden. Für beides gibt es seiner Meinung nach noch keine Anzeichen.
Die Stellung der Milcherzeuger müsse gestärkt werden. Seiner Meinung nach kann das EU-Milchpaket das leisten. „Freundlich aber deutlich will ich aber darauf hinweisen, dass Milcherzeuger die nunmehr gegebenen Möglichkeiten zur Bündelung der Angebotsmengen auch nutzen sollten“, so Wilstacke.
Zudem müsse geprüft werden, ob bestehende Instrumente zur Stabilisierung  des Milchmarktes weiter genutzt oder neue erstellt werden können. Da sieht er die Bundesregierung und die EU-Kommission in der Pflicht.
Die Marktgestaltung nach 2015 würde besonders die Branchenorganisationen fordern. Diese müssten für Markttransparenz, Informationsbündelung und Preisbeobachtung sorgen.
Zum Schluss betonte er, dass zum Beispiel auf einem so großen Absatzmarkt wie NRW, die Regionalität weiter an Bedeutung gewinnen sollte und die Landesregierung die Absatzmöglichkeiten auf dem heimischen Märkten stärken will.

Leserkommentare

4 Kommentar(e)
  • Ausflug auf den Ferkelmarkt

    [09.09.2012]

    Schaut man sich die siuatioin der Ferkelerzeuger an, dann wird schnell klar, das ein freier Markt mit einen weitgehend homogenen Produkt wie Milch und Ferkeln in einem Marktumfeld in dem der permanente Zwang zur Vollkostendeckung nicht gegeben ist ins wirtschaftliche Elend vieler läuft. Ist nun der freie Markt schuld? Haben viele Marktbeteiligten falsche Entscheidungen getroffen, vielleicht auf Berastungsempfehlung oder falschen Optimismus begründet? Man weiß es nicht genau. Fest steht, manchmal ist es besser nach Alternativen zu suchen und Vermögen zu sichern als wirtschaftlich hoch risikoreiche Entscheidungen zu tätigen. Wenn man eine Entscheidung getroffen hat, dann hilft kein jammern, dann muss man besser sein als die anderen

    von landfuerst

  • [08.09.2012]

    Der BDM hat mit der Mengenbegrenzung ja nicht unrecht - aber vieleicht gibts ja auch andere gute Alternativideen. Wie mein Vorredner schon schreibt könnten auch mehr Waren aus dem höheren Preissegment ein Lösungsansatz sein. Man muß dabei schauen, worauf letrzlich auch der Verbraucher anspringt. Wichtig ist, das dieser endlich versteht, das Qualität ihren Preis hat und die "Geiz ist Geil"-Methode endlich dahin verfrachtet, wo sie hingehört: in den Mülleimer! Sinngemäß gilt das auch für andere Branchen. Und letzlich hat der BDM eine Idee, die aber bei weitem nicht der Weisheit letzter Schluß sein muß. Ich bin für Alternativen immer offen - nur sehe ich aktuell bei anderen Organisationen keine...leider....

    von preuße

  • Aber landfürst...

    [08.09.2012]

    ...nicht immer die hälfte weglassen!!! Mengenbegrenzung MIT AUßenschutz kann höhere Milchgelder bringen. Mehr hochpreisige Verkaufsprodukte aber auch.

    von alorie

  • komisch

    [07.09.2012]

    der BDM ist doch der Meinung man muss nur die Menge begrenzen und dann kommen wirim Innland klar??

    von landfuerst

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