Holländische Milchbauern in Zahlungsnot?

[18.10.2012]


Weide Rund die Hälfte aller niederländischen Milchviehhalter soll zurzeit unter einem Liquiditätsengpass leiden und Probleme haben, offene Rechnungen zu bezahlen. Das meldet zumindest das Beratungsunternehmen PPP Agro Advies.
 
Der Grund: Die Marge (Milchpreis abzüglich Kosten) soll um bis zu 5 Cent/kg im Vergleich zum Vorjahr gesunken sein. Während sie 2011 noch bei 6,3 Cent/kg lag, liegt sie 2012 laut PPP Agro Advies bei nur noch 1,5 Cent/kg. Der Rückgang sei durch den um 3 Cent geringeren Milchpreis und die um 2 Cent gestiegenen Futterkosten entstanden, meldet das Beratungsunternehmen. Ebenso seien die Unterhaltungskosten um 5 % gestiegen. Lediglich die Ausgaben für die Rente seien gesunken. Dadurch seien viele Betriebe bereits Mitte Oktober in die roten Zahlen gerutscht.
 
Das Unternehmen rechnet für 2013 mit ähnlich hohen Futterkosten. Allerdings soll auch der Milchpreis wieder steigen. Dadurch soll sich das Saldo um zwei bis drei Cent verbessern.
 
Die Berater von PPP Agro Advies erwarten aufgrund der schlechten finanziellen Lage der niederländischen Milchviehhalter, dass diese ihrer Herden abstocken und die Milchproduktion zurückfahren.

Leserkommentare

7 Kommentar(e)
  • Arla, Friesland, DMK

    [19.10.2012]

    haben es bisher nicht geschafft, die Erlössituation für die Mehrheit der Milcherzeuger über einen längeren Zeitraum nachhaltig positiv zu gestalten. Wer sich in seiner Strategie daran orientiert, zu welchen Preisen die 20% Besten produzieren können, sollte seinen Mitgliedern, der Politik und Gesellschaft gegenüber ehrlicher sein. Gesellschaftliche Anforderungen im Bereich Umwelt und Naturschutz sind mit dieser Strategie und den daraus folgenden Milchpreisen nicht zu erfüllen. Auch Prämienzahlungen, die gerade auf intensiven Futterbaustandorten immer mehr an die Landbesitzer durchgereicht werden, können dieses Dilemma nicht dauerhaft lösen.

    von Kirsten Wosnitza

  • Wer zwingt sie dazu?

    [19.10.2012]

    Holländer und Dänen haben eine deutliche schwächere Bindung zu ihren Betrieben, jetzt frag ich mich, wer zwingt diese Leuten zu diesen Bedingungen zu melken??? Die hohen Pachten und Kaufpreise bescherren sie sich doch selbst!! Dieses gejammer ist einfach nervig!!

    von christian3009

  • Nur die Holländer?

    [18.10.2012]

    Auch die Dänen sind nur noch Verwalter auf ihren Höfen. Je größer desto besser? Wir brauchen in D nur so weiter machen, dann kriegen die uns schon dahin wo sie die anderen schon haben. Drum wachset und hoffet das später einer euch gnädig gestimmt ist.

    von Ghostbusters

  • Ist es nicht merkwürdig? Alles richtig gemacht und pleite bevor die goldenen Zeiten 2015 beginnen?

    [18.10.2012]

    Die lieben Nachbarn sind nun schon so genügsam und wohnen gerne in einem Caravan neben ihrem tip top neuen Stall, der zur Hälfte oder einem Drittel leer steht, da 2015 endlich alle Schranken fallen. Haben sie nicht alles richtig gemacht? Nur noch eine nennenswerte Molkerei die dem Handel die Preise diktiert, neue moderne Ställe wurden auch gebaut. Der Milchmarkt brummt doch, wenn ich die Pressemitteilungen von den Molkereien und DRV, DBV lese. Alles um 30 Cent ist doch ein guter Preis laut DMK Chef Schwaiger. Die kleine Delle am Markt ist schon längst vergessen, die super Gewinne aus 2011 werden auch gerade von den Bauernverbänden mit noch besseren Aussichten für die Zukunft präsentiert. Sind die Bauern in Holland unfähig?

    von helmut_ehrlicher

  • Des Menschen Wille...

    [18.10.2012]

    Da schwimmen wir auch hin,keine Sorge. Dank der sogenannten Experten und Spezialisten,die beim optimieren alles berücksichtigen,außer das man das Rad nicht neu erfinden kann und besser nicht von hinten aufs Pferd steigt. MfG

    von eifelprinz

  • Wer keine Quote will

    [18.10.2012]

    Wer glaubt das sich in freien(noch nicht ganz) Milchablieferzeiten Milchbetriebe an irgendwelche Mengen halten.Nun in diesen Zeiten soll ich mich zurückhalten wo ich jeden cent brauche???? Nein sollen jetzt die Spezialisierten durchhalten oder noch besser den Jordan hinunterschwimmen. Für mich als "freier" Bauer muß hoffen das die Natur andere mehr benachteiligt als mich. Ohne Quote gibt es für den Staat keine Möglichkeit des Eingreifes mehr. Das einzige Eingreifen des Staates das der Staat machen sollte wäre die von IHM hervorgerufene Benachteiliungen auszugleichen. Wer nicht nur "Grünland" will,das nicht alle 2 Jahre mit den besten Futterpflanzen neu eingesät wird und somit eigendlich Ackergras wegen Nichtumbruchsmöglichkeit ist!!!!

    von elinge

  • und frisenkuh spricht von 1Mrd kg mehr milch....

    [18.10.2012]

    von christian3009

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