[07.09.2012]
Nachdem die Forderungen nach einem sofortigen Anstieg der Milcherzeugerpreise lauter werden, weist der Milchindustrie-Verband (MIV) darauf hin, dass die Auszahlungspreise erst mit etwas Verzögerung ansteigen können.
Die grundsätzliche Marktlage habe sich deutlich verbessert. Die Notierungen der Leitprodukte ziehen an. Dies eröffne auch die Möglichkeit zur Preisanpassung gegenüber dem europäischen Lebensmitteleinzelhandel. Viele Produkte seien jedoch in Verträgen gebunden und könnten teilweise erst zum November angepasst werden, so der MIV. Bei Berücksichtigung der langen Zahlungsziele komme der entsprechende höhere Umsatzerlös erst im Dezember in den Molkereien an.
Zudem weist der MIV darauf hin, dass die Molkereien im schwierigen Preistief im Frühjahr immer deutlich über den festgestellten Rohstoffwerten ausbezahlt hätten. Die sehr volatilen Rohstoffpreise würden so über die Auszahlungspolitik abgefedert.
Der Verband geht aber fest davon aus, dass die Auszahlungsleistung ab September steigen wird. Das Fell des Bären sollte aber erst dann verteilt werden, wenn der Bär erlegt ist, alles andere sei ökonomisch unsinnig. Der Milchpreis wird sich immer nach Angebot und Nachfrage richten, nicht jedoch automatisch an den Kosten der Milchproduktion, so der Verband.
„Wir haben Verständnis für die angespannte Kostensituation auf den Höfen. Wenn Futtermittelpreise in Folge weltweiter Dürre oder verfehlter deutscher Agroenergiepolitik steigen, kann man dies nicht der Molkereiwirtschaft vorwerfen. Ursache und Wirkung sollten genau untersucht werden,“ so der Pressesprecher Dr. Björn Börgermann.
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Aktuelle Milchpreise der deutschen und ausländischen Molkereien. Zu den Molkereien...
Leserkommentare
MIV
[10.09.2012]
Der MIV müßte sich mal überlegen, von wem er finanziert wird!
von glaessel
Wir Landwirte müssen den Preis wissen, bevor wir vermarkten !
[07.09.2012]
Solche Statements wären dann überflüssig.ZUdem ärgere ich mich maßlos darüber, das dieser MIV mit meinem Milchgeld finanziert wird! Ich finde es eine Schande, warum unsere Verbände sich nicht zusammen an einen Tisch setzen können, um nach Lösungen zu suchen. Die Ansatzpunkte sind längst da ! Das EU Milchpaket eröffnet Chancen eine gute Vermarktung unserer Milch auf die Beine zu stellen. Wir haben schon ein Milch Board, eine Bayern MEG, einen Milcherzeugerverband, und natürlich einen Bauernverband.Letzter braucht sich nur von der Milchindustrie abzunabeln, dann gibts auch Lösungen für eine sinnvolle Milchvermarktung vor den Molkereien ! So gehts es jedenfalls nicht weiter!
von Hardthof
Zahlungsziele
[07.09.2012]
Wenn das Zahlungsziel des LEH so lang ist, dann müssen die halt Zinsen zahlen. Denn fakt ist, die Ware wird geliefert, ins Regal gestellt, der Kunde kauft, muss sofort bezahlen und die Kohle wird sechs wochen gewinnbringend angelegt. Erst dann wird die Rechnung beim Lieferanten bezahlt. So wird Geld verdiendt. Das sollten wir Landwirte vielleicht auch so machen.
von gebken
[07.09.2012]
Fortsetzung: Die vom MIV gemachten Äußerungen spielen ohnehin wieder nur dem LEH in die Karten. Es war zu lesen, das es bei Magermilchpulver und Schnittkäse zu ersten Lieferengpässen gekommen ist. Hier kann der MIV auch mal gegenüber dem LEH in die Offensive gehen, mit dem Hinweis, das für garantierte Lieferungen entsprechend kräftige Aufschläge zu erwarten sind. Unkalkulierbar leere Regale möchte nämlich auch der LEH vermeiden. Auch da funktionieren psychologische Tricks. Die Meldung interpretier ich jedenfalls dahingehend, das der MIV eher wiederwillig bessere Auszahlungspreise unterstützt.
von preuße
Verwunderung
[07.09.2012]
Lieber Werni, über deine Kommentare kann man sich nur noch wundern!
von meyerbuchklingen
[07.09.2012]
@ werni, Kommentare, wie Ihrer find ich so nicht OK! Die Faire Milch war ein Versuch - und damit immer noch besser als die ganze Dummschwätzerei seitens DBV, MIV und den Molkereien nach dem Motto "Alles wird gut"! Denn nix ist mit gut. Wie ein Vorredner schon erwähnte, können die Preise manchmal sehr schnell fallen, steigen aber meist nur sehr langsam und zeitversetzt. Der Hinweis auf die Altverträge ist richtig und sehe ich auch so. Allerdings darf man doch mal hinterfragen, ob bei den Altverträgen auch unsere Interessen als Milcherzeuger ausreichend berücksichtigt wurden. Mit Blick auf die Geno-Molkjereien sind da zumindesdt Zweifel angebracht. Und das die Milcherzeuger vom DBV bzw MIV respektvoll behandelt wurden, naja bezweifel ich.....
von preuße
MIV
[07.09.2012]
Der Ehrlicher ist wieder aufgewacht.Gestern habe ich ihren Kommentar zur Frau Künast vermisst.Wenn es gegen den DBV oder den MIV geht dann sind sie wieder hellwach. Aber eins haben sie vergessen.Es bestehen noch Altverträge mit dem Einzelhandel.Und der Verband wird nicht draufzahlen.Aber bei guten Molkereien gibt es Nachzahlungen für solche Niedrigpreisphasen.Bei der Eurem Rohrkrepierer "Fairen Milch" Nicht!!!!!!!!
von
Hier wird wieder einmal die feudalistische Mentalität der Molkereiwirtschaft offensichtlich
[07.09.2012]
Die Milcherzeuger werden dort lediglich als niedere Rohstofflieferanten und reinen Kostenfaktor betrachtet, nicht als Eigentümer der überwiegend genossenschaftlichen Molkereiwirtschaft. Die Managementebene hat die Molkereien gekapert und betrachtet diese als ihr Eigentum. Außerdem bleibt immer noch eine Frage offen: Wo sind die Größen-Effekte aus den Fusionen? Ich befürchte diese werden wie bisher nur gegen die Bauern eingesetzt, denn mit der Ernährungsindustrie insgesamt und dem LEH paktiert man ja, um auf dem Rücken billiger Rohstoffkosten Marktanteile im Export erobern zu können. Die Interessen der Eigentümer nach kostendeckenden Preisen stehen da ganz hinten an, leider.
von helmut_ehrlicher
MHM
[07.09.2012]
Da fragt man sich wenn eine Molkerei jetzt ankündigt, daß die Preise für August und September schon mal steigen, woher kommt dann das Geld. Zu wenig ausgezahlt in den Vormonaten und /oder aus der Portokasse?!
von Friesenkuh
Fallen können sie aber sehr plötzlich!
[07.09.2012]
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen!
von ramsdorf
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