Österreich: Milch und Butter werden teurer

[22.09.2012]


Helmut Petschar Helmut Petschar In Österreich müssen Verbraucher in den nächsten Wochen eventuell wieder mehr für Milch und Butter zahlen. Davon geht Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) und Direktor der Kärntnermilch aus. Er erwartet eine Erhöhung von 10 Cent/l Milch und 10 bis 15 Cent für die 250 g-Packung Butter. Als Grund nennt er hohe Futtermittel- und Treibstoffkosten.
 
Allerdings handele es sich nicht um eine echte Erhöhung, sondern lediglich um eine Rücknahme der Preissenkungen vom Sommer. Diese waren laut Petschar nicht gerechtfertigt, sagte er laut der Kleinen Zeitung am Donnerstag auf der Österreichischen Milchwirtschaftlichen Tagung in Salzburg.
 
Der Molkereivertreter rechnet allerdings nicht damit, dass sich die Preissteigerung auch schon direkt auf die Auszahlungspreise bei den Milchbauern auswirkt. "Wir als Kärtnermilch haben im ersten Halbjahr mit 39 Cent mehr bezahlt als der Markt eigentlich hergegeben hat. Erst seit dem dritten Quartal erhalten die Bauern 36 Cent", erklärte Petschar. Er geht davon aus, dass die meisten österreichischen Molkereien aufgrund der Marktentwicklung im ersten Halbjahr negativ bilanziert haben. Daher könnte es erst Anfang 2013 zu einer Erhöhung der Erzeugerpreise kommen.
 
Als eine der größten Herausforderungen für die Branche sieht der Präsident die Aufgabe, der herrschenden Unzufriedenheit entlang der Wertschöpfungskette entgegenzuwirken. Die Bauern klagten über einen zu geringen Milchpreis, die Verarbeitungsbetriebe seien am Limit und der Handel wäre mit den zu erzielenden Margen unzufrieden. Es brauche eine faire Preisgestaltung und mehr Bewusstsein für den Wert der heimischen Milch. "Es kann nicht sein, dass eine gentechnikfreie, täglich frisch verarbeitete Milch 95 Cent kostet und der Konsument bereit ist, für einen Liter Katzenmilch mehr als vier Euro zu zahlen", ärgert sich der Molkereivertreter.
 
Die VMÖ rechnet bis zum Jahr 2020 mit einer Steigerung der Weltmilchproduktion um 24 % auf 740 Mio. t, schreibt die Zeitung weiter. In der EU werde die Steigerung rund 5,8 % betragen. Für Österreich geht Petschar von einer Erhöhung der Milchproduktion von 20 bis 25 % auf 3,6 Mio. t aus. Gleichzeitig werde sich die Zahl der Milchbauern weiter verringern. (ad)
 

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