Stuck: Milchmenge wird nicht steigen

[29.09.2012]


Milch Hochwald Im Südwesten Deutschlands wird die produzierte Milchmenge nach dem Quotenende im Jahr 2015 nahezu konstant bleiben. Davon geht Helmut Stuck von der Molkerei Hochwald in Rheinland-Pfalz aus. „Diese Entwicklung ist jetzt schon an der Quotenwanderung abzusehen: Der Süden verliert, der Norden gewinnt. Wir liegen genau in der Mitte – da wird nicht viel passieren“, sagte er auf einer Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Milcherzeugerberater (WGM) in Berlin.
 
Um dennoch für die Zeit nach der Quote besser kalkulieren zu können, sollen Milcherzeuger zukünftig eine Milchmengen-Prognose abgeben. Eine Testphase mit einigen Landwirten soll im nächsten Jahr starten. „Dabei kommt es uns vor allem darauf an, wie genau die Schätzungen der Milcherzeuger sind“, sagte Stuck.
 
Deutlich machte der Molkerei-Vertreter, dass der Strukturwandel unvermindert anhalten wird. „Beim Wechsel vom politisch-gesteuerten Milchmarkt hin zum Weltmarkt werden wir nicht jeden Milcherzeuger mitbekommen. Es wird Insolvenzen geben – auch von Betrieben, die sich bei ihren Investitionen verkalkuliert haben“, prognostizierte Stuck.
 
Die derzeitige Schwäche auf dem Milchmarkt führt er vor allem auf eine rückläufige Binnennachfrage und Probleme auf dem Fettmarkt zurück. So sei beispielsweise der Konsummilch-Absatz bis Juli diesen Jahres um 2,5 % eingebrochen, die Quark- und Joghurt-Nachfrage sei ebenfalls rückläufig. Gestiegen sei der Butterabsatz, allerdings habe der Preis seit Jahresbeginn rund 1 €/kg eingebüßt. Der Käseabsatz sei allemal noch konstant. Allerdings würden die Käsereien von den sehr hohen Preisen des Koppelproduktes Molkenpulver profitieren.

Leserkommentare

3 Kommentar(e)
  • Aha, da wird nicht viel passieren?

    [03.10.2012]

    Was ist denn dies für eine Denkweise? Seit wann ist der Südwesten Deutschlands eine Insel? In der dann nicht viel passiert? Die zukünftigen Mengensteigerungen ( umsonst werden ja nicht die ganzen Pulvertürme gebaut ) werden ihre Auswirkungen im gesamten Deutschland und natürlich auch in der gesamten EU haben. Merkwürdige Form der Bauernberuhigung?

    von Doris Peitinger

  • Aufpassen das man selber

    [29.09.2012]

    nicht eingesackt wird von Arla und Co.

    von Friesenkuh

  • Bankrott einkalkuliert. Die Delle hat wohl eine Falltür ?

    [29.09.2012]

    Was passiert, wenn die Genossen von Hochwald und anderen "weiße Linie Produzenten" jetzt bei Verhandlungen von Arla, und DMK weichgekocht werden? Ich denke es steht viel auf dem Spiel, einfach nur weil bisher versäumt wurde, den von Stuck so abwertend bezeichneten politichen Milchmarkt in einen Marktwirtschaftlichen Milchmarkt zu steuern. Die Milch wurde bestellt !!!!, die Genossen bezahlen die Rechnung.Bei Allgäuland, MUH gingen für diese Bestellung dieser Lobbyisten auch noch Geschäftsanteile drauf.Die logische Konsequenz wäre nun, die Notbremse zu ziehen, sofort für Instrumente zur Mengenrückführung einzutreten, um das Unternehmen vor der Übernahme zu bewahren.

    von Hardthof

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