[07.06.2010]
Tierschützer haben Forderungen nach einem Verbot der Ferkelkastration bekräftigt. Anlässlich einer EU-Arbeitsgruppensitzung zum Thema verlangte die Tierschutzorganisation "Eurogroup for Animals" vergangene Woche in Brüssel ein umgehendes Totalverbot für die chirurgische Kastration. Nach Angaben der Aktivisten werden EU-weit jährlich 100 Millionen männliche Schweine kastriert, zumeist durch einen chirurgischen Eingriff ohne Betäubung und Schmerzmittel. Die betäubungslose Kastration sei aber schmerzhaft und verursache bei den Tieren Stress, so Eurogroup-Direktorin Sonja van Tichelen. Das habe die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bereits 2004 bestätigt. Die Fortführung dieser Praxis sei aus Tierschutzgründen nicht akzeptabel und müsse schnellstmöglich geächtet werden.
Das Thema werde seit 20 Jahren diskutiert. Die Verbraucher hätten immer wieder bewiesen, dass sie kein Fleisch von Tieren wollten, die während ihres Lebens gelitten hätten. "Es gibt bereits getestete und nachweisliche Alternativen zur Ferkelkastration", betonte van Tichelen. Jeder müsse Verantwortung übernehmen und entschlossen dazu beitragen, dass diese Alternativen auch umgesetzt würden. Eurogroup for Animals befürwortet die Aufzucht von Ebern ganz ohne Kastration. Die Erzeuger sollten so rasch wie möglich auf dieses System umstellen und in der Übergangszeit möglichst tierfreundliche Lösungen anstreben, hieß es. In einigen EU-Mitgliedstaaten wie Deutschland, Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden nutzten Produzenten schon jetzt wirtschaftlich rentable Alternativen, die höheren Tierschutzansprüchen genügten.
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