Fettsteuer bezweckt nur wenig

[17.02.2012]

Das Päckchen Butter würde bei Einführung einer Fettsteuer nach dänischem Vorbild 30 Cent mehr kosten.
Die Einführung einer Fettsteuer nach dänischem Vorbild hätte in Deutschland durchaus auch negative Auswirkungen. Wie das Onlineportal des aid-Infodienstes berichtet, wies darauf Privatdozentin Dr. Silke Thiele vom Institut für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre an der Kieler Christian-Albrechts-Universität hin. In Dänemark gilt seit dem 1. Oktober 2011 eine so genannte Fettsteuer, durch die sich die Politik eine Verbesserung der Essgewohnheiten verspricht. Lebensmittel, die als primäre Quellen von gesättigten Fettsäuren gelten, werden zusätzlich mit 16 Dänischen Kronen (ca. 2,15 €) pro Kilo gesättigter Fettsäuren besteuert. In Deutschland würde somit ein Päckchen Butter 30 Cent mehr kosten.

Da laut jüngster OECD-Statistik 49,6 % aller Deutschen als übergewichtig gelten, sei zu erwarten, dass auch hierzulande über eine entsprechende Steuer nachgedacht werde, erklärte Thiele in einem Vortrag im Rahmen der 62. Öffentlichen Hochschultagung. Zur Reduzierung ernährungsbedingter Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen habe die Politik bislang vor allem durch eine verbesserte Informationspolitik reagiert. Trotzdem sei die Zahl Übergewichtiger in den letzten Jahren stetig angestiegen.
 
Sicherlich würden Preiserhöhungen bei fetthaltigen Lebensmitteln zu einer geringfügigen Senkung der Energieaufnahme führen, so Thiele. Gleichzeitig werde es aber auch zu einer verringerten Aufnahme von Nährstoffen kommen, bei denen in Deutschland ohnehin bereits eine Unterversorgung vorliegt. Zudem äußerte die Ernährungsökonomin Bedenken um die einkommenspolitischen Konsequenzen. Die finanzielle Belastung träfe insbesondere ärmere Haushalte. Zudem kritisierte Thiele eine Fettsteuer als nicht zielgerichtet und wies darauf hin, dass Fett nicht der einzige Grund für das Problem Übergewicht darstelle. (mk)

Leserkommentare

1 Kommentar(e)
  • Besser wäre in vielen Fällen:

    [17.02.2012]

    eine NICHT-BEWEGUNGS-Steuer. Also Pedometer an Fuß und wer nicht mindestens x-Tausend Schritte je Zeiteinhaeit hat, zahlt!!!

    von alorie

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