KTBL: Mehr Akzeptanz durch transparente Genehmigungsverfahren
[03.02.2012]
Das Bauen von Ställen führt vermehrt zu gesellschaftlichen und rechtlichen Problemen.
Auf die zunehmenden baurechtlichen und gesellschaftlichen Probleme beim Bau von Tierhaltungsanlagen hat das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) hingewiesen. Der Bauboom in der Schweine- und Hähnchenmast sei einerseits ungebrochen, andererseits kritisierten immer größere Bevölkerungsanteile nicht mehr nur die Zahl und Größe der Ställe, sondern auch die Art und Weise der Tierhaltung, erklärte KTBL-Präsident Prof. Thomas Jungbluth während eines Pressegesprächs im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Zwar gebe es im Genehmigungsverfahren genug Steuerungsinstrumente; wegen der vielfältigen regionalen Unterschiede habe sich ein einheitlicher Ansatz bisher allerdings nicht durchsetzen können.
Weiterhin sei deutlich geworden, dass Tier- und Umweltschutzprobleme allein durch die Bauordnung nicht zu regulieren seien, stellte KTBL-Hauptgeschäftsführer Heinrich de Bay-Ernsten fest. So habe sich gezeigt, dass es bei der Weiterentwicklung der Nutztierhaltung um wesentlich mehr gehe als nur um die Standortfrage von neuen Ställen. Zur Schaffung der notwendigen Akzeptanz sei eine übergreifende Beteiligung unterschiedlicher Interessengruppen wie Tierhalter, Anwohner, Bürgerinitiativen und Gemeinden erforderlich. Mit einer größeren Transparenz bei der Planung und einer Regionalisierung von Entscheidungen zur Standortsteuerung könnten Verfahren nicht nur beschleunigt, sondern auch raumverträglich gestaltet werden. (AgE)
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