[10.05.2012]
Deutschlands Tierärzte verkauften 2011 mehr Antiparasitika als 2010.
Der Markt für Tierarzneimittel in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen, allerdings etwas schwächer als 2010. Wie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) im Rückblick auf die Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag in München berichtete, legte der Umsatz der Branche 2011 um 3 % auf 736 Mio. € zu. Antiparasitika mit 5,0 % und Pharmazeutische Spezialitäten mit 7,6 % Umsatzplus seien die Wachstumstreiber des Tierarzneimittelmarktes gewesen, erläuterte BfT-Geschäftsführer Dr. Martin Schneidereit.
Die Stagnation des Antibiotikasegmentes habe sich weiter fortgesetzt; erstmalig seien auch Injektionsantibiotika betroffen gewesen. Die verhaltene Marktentwicklung der Antiinfektiva erkläre sich einerseits aus den Unsicherheiten durch die politische Diskussion, anderseits auch durch eine erhebliche Marktsättigung aufgrund einer Vielzahl von Generikaprodukten, stellte Schneidereit fest. Nur geringe Impulse habe der Impfstoffsektor mit 1,4 % Wachstum gezeigt. Nutztier- und Hobbytierprodukte wuchsen 2011 dem BfT-Geschäftsführer zufolge in etwa im gleichen Umfang, so dass das Verhältnis der beiden Produktbereiche mit 51 % zu 49 % unverändert blieb.
Dr. Dieter Schillinger betonte, dass die Verbandsarbeit 2011 in weiten Teilen vom Thema Antibiotikaresistenz bestimmt gewesen sei. In vielen EU-Ländern sei intensiv über den Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin und die Gefahren der Resistenzbildung diskutiert worden. Diese Diskussion habe auch eine kritische Betrachtung der Vertriebswege für Tierarzneimittel und des Dispensierrechts eingeschlossen. Schillinger betonte, der BfT unterstütze aktiv alle Bestrebungen zum Erhalt des Dispensierrechts der Tierärzte in Deutschland, da hiermit eine optimale Transparenz der Vertriebswege von Tierarzneimitteln vom Hersteller über den Tierarzt bis hin zum Landwirt sichergestellt sei. (AgE)
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