[20.08.2012]
Die Schweizer kaufen immer mehr Fleischprodukte im Ausland.
Die schweizerische Fleischbranche leidet unter dem niedrigen Euro. Wie die Neue Zürcher Zeitung kürzlich berichtete, ist für Fleischprodukte ein regelgerechter Einkaufstourismus in die EU entbrannt. Dieser beschert der heimischen Fleischbranche einen Umsatzverlust von umgerechnet rund 830 Mio. €. Da Fleisch im Ausland wesentlich günstiger ist, wird es dort gekauft. Es gilt sogar als treibende Kraft im Einkaufstourismus, denn neben Fleisch kaufen die Schweizer dann auch andere Lebensmittel über der Grenze ein.
Um diesen Einkaufstourismus einzudämmen, hat der Schweizer FDP-Politiker Jean-René Germanier der Wirtschaftskommission des Nationalrats Lösungsvorschläge vorgelegt, in denen er die schrittweise Öffnung des Schweizer Fleischmarktes fordert. Dabei sollen zuerst die Importzölle reduziert werden, was in der Schweiz unilateral (einseitig) erfolgen kann. Im zweiten Schritt soll der Fleischhandel mit der EU liberalisiert werden, wofür aber das Einverständnis der EU notwendig ist.
Hintergrund der Diskussion sind die schlechten Aussichten über den Abschluss eines Agrarfreihandelsabkommens zwischen der EU und der Schweiz. (pb)
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