[15.05.2012]
Die Verbraucher wissen häufig zu wenig über die moderne Nutztierhaltung.
Die Wahrnehmung von Landwirten und Verbrauchern im Licht der Konflikt- und Glaubwürdigkeitsforschung untersuchten Prof. Birgit Schulze und ihre Kollegen von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dabei sei deutlich geworden, dass Landwirte und Verbände beispielsweise beim Thema Tierwohl oft nicht auf der gleichen Ebene wie der „einfache“ Bürger argumentierten, berichteten die Wissenschaftler beim diesjährigen Symposium der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank vergangene Woche in Berlin. Interessenverbände arbeiteten meist auf der „Sachebene“ und sorgten damit ungewollt für Konflikte mit den Verbrauchern, die landwirtschaftliche Themen eher emotionell und „von der moralischen Seite“ betrachteten. Dies sei mit ein Grund für die geringe Glaubwürdigkeit der Verbände. Um in strittigen Fragen zu einer Annäherung zu kommen, sei zwar in erster Linie Sachlichkeit gefragt, so Schulze. Interessenvertreter und Landwirte müssten aber auch Kritikfähigkeit und die Bereitschaft zu einer ergebnisoffenen Diskussion signalisieren. Beide Seiten, also auch die Verbraucher, müssten zugeben, dass die eigenen Positionen mit Unsicherheiten behaftet seien. Auf diese Weise werde ein Kompromiss erst möglich gemacht. (AgE)
Das nächste Tagebuch ist gestartet. Power-Praktikantin Hanna Kettnacker berichtet vom Zuchtbetrieb Lorist in den Niederlanden. Tagebuch lesen...
Leserkommentare
Keine Kommentare vorhanden
Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!