[02.04.2008]
Neben der konventionellen Fleischbeschau erlaubt das Hygienepaket auch die visuelle, risikoorientierte Fleischuntersuchung, bei der unter bestimmten Bedingungen auf das Betasten oder Anschneiden der Schlachtkörper verzichtet werden kann. Die Westfleisch startete im März ein zunächst auf sechs Monate befristetes Modellprojekt zur visuellen Fleischuntersuchung in ihrem Fleischcenter Paderborn, wo stündlich etwa 440 Schweine geschlachtet werden.
Im Herbst wird die Vion Food Group nach Angaben der afz an ihrem Zevener Schlachthof mit der praktischen Umsetzung des in den Niederlanden schon realisierten Konzern-Konzepts zur stufenübergeifenden Fleischuntersuchung beginnen. In beide Pilotprojekte eingebunden ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), um sicherzustellen, dass beispielsweise langfristige und saisonale Einflüsse der neuen Untersuchungstechnik auf die Lebensmittelsicherheit berücksichtigt und die Besonderheiten in ein Gesamtkonzept zusammengefügt werden.
Während die traditionelle Fleischuntersuchung vorrangig auf mit bloßem Auge erkennbare Tierkrankheiten ausgerichtet ist, sind die heutigen Risiken in Bezug auf die Nahrungsmittelsicherheit nicht sichtbar. Sie sind durch mikrobiologische Untersuchungen, HACCP-Konzepte und Lebensmittelketteninformationen auszumachen und zu minimieren. Diesen Erkenntnissen folgt der Ansatz der neuen Fleischuntersuchung, die die amtliche Kontrolle enger mit betrieblichen Informationen zur Produktionskette verknüpft.
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