Ermittlungen

40 Tonnen offenbar konventionelle Erdbeeren als bio verkauft

In Bioerdbeeren aus der Türkei haben Kontrolleure 25 im Ökolandbau verbotene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nachgewiesen. 4000 Kisten wurden nun gesperrt.

Ein türkischer Exporteur hat 40 Tonnen offenbar konventionelle Erdbeeren als Bioprodukte nach Deutschland geliefert. Das geht laut einem Bericht der Tageszeitung "taz" (Montagausgabe) aus Unterlagen der EU-Kommission und von beteiligten Unternehmen hervor.

Ein Labor fand in Proben der Tiefkühlware rund 25 im Ökolandbau verbotene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Die Europäische Kommission schreibt in einer Meldung an die Behörden der EU-Staaten, dass unter anderem „aufgrund der Menge der verschiedenen gefundenen Pestizidrückstände es einen starken Verdacht gibt für Lebensmittelbetrug und wahrscheinlich Umlenkung vom konventionellen zum ökologischen Landbau“.

Daraufhin wurden die 4.000 Kartons mit je 10 Kilogramm der Früchte für die Vermarktung gesperrt. Die Erdbeeren sollten dem Importeur zufolge zum Beispiel Müslis, Früchtetees oder Snacks beigemischt werden.

Der Fall gehört zu „Opson VIII“, einer von den Polizeiorganisationen Interpol und Europol koordinierten Operation gegen irreführende und betrügerische Praktiken in der Lebensmittelbranche. Die verdächtige, im September angekommene Lieferung entspricht etwa 2 Prozent der gesamten deutschen Bio-Erdbeerernte von 2017.

Der deutsche Importeur betonte, dass nur 2 der etwa 25 Messwerte von Pestiziden in den Erdbeeren leicht über dem Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren von 0,010 Milligramm Wirkstoff pro Kilogramm Produkt lägen. Manche Unternehmen recherchieren erst ab dieser Menge, ob gegen die Regeln für den Ökologischen Landbau verstoßen wurde oder ob die Chemikalien beispielsweise durch unvermeidbare Abdrift von konventionellen Feldern in die Bioware gelangt sind. Derzeit wird dem Importeur zufolge geklärt, ob die Ware als konventionell oder bio einzustufen ist.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Paul Siewecke

war zu erwarten!

Wenn einzelne Produkte wegen einer für Normalbürger schwer zu prüfenden Eigenschaft teurer sind, dann weckt das auch Begehrlichkeiten und kriminelle Energieen. Da sollten nicht nur die Erdbeerkisten sondern gleich die komplette Lieferkette vorsorglich gesperrt werden, damit sies mal merken!

von Anton Obermeier

Haha

Hahahaha!

von Martina Junker

Huch

Na sowas aber auch!

von Wilhelm Grimm

Haben unsere Träumer

etwas anderes erwartet. Gleichzeitig sollen wir durch jede Menge Verbote und Auflagen zu immer stärkerer Extensivierung gezwungen werden. Unsere Gesellschaft wird einer ständigen Gehirnberieselung durch unsere Nanogrammjäger ausgesetzt.

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