Ökofeldtage

Frauen aus der Biolandwirtschaft vernetzen sich

Frauen aus der Biobranche erheben einen Gestaltungsanspruch. Sie vernetzen sich, um Mädchen und Frauen Mut für die Arbeit in der Landwirtschaft an entscheidender Stelle zu machen.

Eine Runde von mehr als 40 Frauen mit geballter Kompetenz zu den Themen Landwirtschaft, Ökolandbau, Biomarkt und Ernährungsnetzwerke kam auf den Ökofeldtagen in Frankenhausen zu einem Netzwerktreffen zusammen. „Gerade in der Biolandwirtschaft sind viele Betriebe von Frauen getragen und trotzdem sitze ich auf den Verbandstreffen oft mit den Männern alleine da“, sagte Stephanie Strotdrees Vizepräsidentin von Bioland. Auf den Ökofeldtagen wollten die Frauen vor allem Frauen, die in der praktischen Landwirtschaft arbeiten, mit ins Boot holen.

„Ideen sollten nicht nur von einer Seite kommen“

„Wir bevorzugen Mädchen als Azubis auf unserem Hof, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es als Frau immer noch ist, einen Azubi Platz in der Landwirtschaft zu bekommen“, sagte Raphaela Lex, eine Landwirtschaft Meisterin, die östlich von München im Landkreis Erding mit ihrer Schwester und ihrem Vater einen Biohof bewirtschaftet. Der oft noch vorgebrachte Einwand mit der körperlichen Arbeit sei heute überholt, diese werde durch Technik größtenteils ersetzt. Ihrer Erfahrung nach gingen Frauen oft auch vorsichtiger mit der Technik um oder würden sich eher eingestehen, wenn etwas nicht klappe. Das bringe die Betriebe voran. „Landwirtschaft ist total vielfältig, deshalb sollten die Ideen auch nicht nur von einer Seite kommen“, sagte Lex.

Frauen als Betriebsleiterinnen: "Da geht noch mehr“

Auch in der Ökobranche seien bisher zu wenig Frauen in der Verbandsarbeit aktiv, monierten die Frauen. Sie sollten nicht im Hintergrund bleiben und nur emsig ihrer Arbeit nachgehen. „Nur elf Prozent der Betriebe werden in Deutschland von Frauen geführt, da geht noch mehr“, sagte Theresia Kübler, die im Süden von Baden-Württemberg gemeinsam mit ihrem Vater einen Betrieb hat und sich beim jungen Bioland engagiert. Die Initiative für ein Netzwerk, dass sich gerade an Frauen aus der Landwirtschaft und der Biobranche richtet, habe sie auch an alle Männer geschickt, deren Frauen entscheidend in und für die Landwirtschaft mitarbeiteten. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel in Sachen Gleichberechtigung auch auf den Höfen getan habe, sei noch Überzeugungsarbeit nötig, so Kübler. Kürzlich beim Heumachen habe ein 9-jähriger Junge aus der Nachbarschaft zu ihr gesagt: „Für eine Frau fährst Du aber gut Traktor“, erläuterte Kübler ein Beispiel zur Begründung.

Nächstes Treffen auf der Biofach

Das erste Netzwerktreffen der Frauen hatte es auf der Biofach im Februar 2019 in Nürnberg in Form eines gemeinsamen Frühstücks vor Beginn des Messetrubels gegeben. Die Frauen rund um die vier Initiatorinnen und Organisatorinnen Stephanie Strotdrees, Christine Brandmeir und Claudia Loibl von Bioland sowie Carolin Grishop vom Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen wollen nun dranbleiben. Ein erster Netzwerkverteiler ist erstellt und zur Biofach 2020 soll auch das nächste bundesweite Treffen wieder stattfinden.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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