Tagung

Genossenschaftsverband Bayern diskutiert mit Landwirten über Bio

Bayern ist heute das Bundesland mit der größten ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche. Dabei ist die Bereitschaft der Erzeuger, auf ökologischen Landbau umzusteigen, ungebrochen.

"Wie viel Bio braucht der Markt?" - unter diesem Motto stand dieses Jahr der von Genossenschaftsverband Bayern (GVB) und BayWa AG ausgerichtete Branchentreff "Agrarimpulse" in Augsburg. An der Veranstaltung nahmen rund 1.000 Landwirte sowie Vertreter der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken teil.

"Keine Frage, Bio ist auf Wachstumskurs", sagte GVB-Vorstand Alexander Büchel in seiner Eröffnungsrede. In Bayern sei der Ökolandbau eine Erfolgsgeschichte, an der die bayerischen Genossenschaften ihren Anteil hätten. Büchel begründete das unter anderem damit, dass gut ein Viertel der deutschen Bio-Milch von Molkereigenossenschaften aus dem Freistaat verarbeitet und vermarktet werden.

Nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ist Bayern heute das Bundesland mit der größten ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche. Dabei sei die Bereitschaft der Erzeuger, auf ökologischen Landbau umzusteigen, ungebrochen, so Büchel. Sorgen bereite jedoch, dass gerade in den letzten beiden Jahren der Zuwachs auf der Verbraucherseite mit dem Wachstum auf der Erzeugerseite nicht Schritt halten konnte. Erforderlich sei die Bereitschaft der Verbraucher, für Bio-Ware "vernünftige Preise zu bezahlen".

Der BayWa-Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz sagte in seinem Impulsvortrag: "Wenn wir den Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft weltweit steht, erfolgreich begegnen wollen, müssen wir den Graben zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft überwinden." Eine Bewirtschaftung nach guter fachlicher Praxis, das Ergreifen der Chancen, die die Digitalisierung bietet, sowie mehr Offenheit gegenüber neuen Züchtungsmethoden seien die Stellschrauben, um den vermeintlichen Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie in der Landwirtschaft zu versöhnen. Dies gelte unabhängig von der Bewirtschaftungsform. Lutz: "Alte Feindbilder helfen uns hingegen nicht weiter."

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hermann-Josef Schaller

das Interesse an Bio wird immer größer bei den Bauern.....

..... das hört sich gut an ,aber geschieht dies auf freiwilliger Basis ? Um Mißverständnissen vorzubeugen, ich habe großen Respekt vor meinen Kollegen die aus eigener Überzeugung heraus auf Bio umgestellt haben aber eine andere Gruppe wird mit mehr oder weniger Druck von ihren Banken dazu getrieben. Die sehen sich nämlich die Buchführungsergebnisse ihrer Betriebe an und erkennen wieviel Prozent an staatlichen Zuschüssen am Gewinn beteiligt sind. Da wir ja nun alle wissen daß ohne staatliche Prämien in der Landwirtschaft kein Gewinn zu erzielen ist und die Biobetriebe höhere Prämien erhalten ,werden manche Bauern von ihren Bankanalisten neuerdings dazu gedrängt auf Bio umzusteigen. Ob dies Sinn macht ohne eigene Überzeugung biologisch zu wirtschaften wage ich zu bezweifeln . Aber was sollen die Betriebe denn machen wenn einem die Bank "die Pistole auf die Brust setzt" ?

von Gregor Grosse-Kock

Bio

Wenn alle Abitur haben, hat keiner mehr Abitur. Bitte noch mehr Wahnsinn, kommt super.

von Matthias Zahn

Das starke Interesse an Bio....

.... ist in den katastrophalen Verhältnissen im konventionellen Landbau zu suchen. Bei der Milch regelmäßige Preiseinbrüche und beim Ackerbau immer strengere Auflagen zum Pflanzenschutz. Da uns die Politik diese Verwürfnisse eingebrockt hat, muss Sie auch mit uns Lösungen suchen. Mein Vorschlag, wir machen es wie die Österreicher und die Dänen und legen fest, dass in öffentlichen Einrichtungen eine Mindestmenge an Bio-Nahrungsmitteln einzusetzen ist. Wir brauchen weitere Absatzwege, damit Bio für die Bauern eine echte Alternative zum "Weltmarktpreisniveau mit hohen deutschen Auflagen-Wahnsinn" bleibt.

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