Hühner- und Schweinefütterung

Ökologisches Futter: Inhaltsstoffe kontrollieren!

Die Gehalte an Inhaltsstoffen regional erzeugter ökologischer Futterkomponenten für Schweine und Hühner unterliegen großen Schwankungen und sollten deshalb vor der Rationsgestaltung kontrolliert werden. Diese Empfehlung gibt ein Forscherteam des Thünen-Instituts in Trenthorst auf Basis der Ergebnisse einer 3-jährigen Studie.

Das Forscherteam des Thünen-Instituts überprüfte 1.400 Proben verschiedener Getreide- und Körnerleguminosenarten auf ihren Gehalt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Gehalte aller Inhaltsstoffe in den Futtermitteln sehr großen Schwankungen unterliegen und im Mittel die gängigen Tabellenwerte unterschreiten. So wurden etwa bei Bioweizen Rohproteingehalte zwischen 89 und 154 Gramm pro Kilogramm Trockenmasse (g/kg T) festgestellt. Bei Bioerbsen lag der Gehalt zwischen 147 und 252 g/kg T. Als Hauptursache für die großen Unterschiede sehen die Fachleute den starken Einfluss von Sorte und Umweltbedingungen am Anbaustandort.

Gehalt-Auswirkung auf Futterration

Auf Basis der Ergebnisse berechneten die Experten, wie sich die Abweichungen beim Einsatz in Beispielrationen für Hühner und Schweine auswirken. Auch hier wurde der große Einfluss der unterschiedlichen Gehalte deutlich. So lag die Differenz des Rohproteingehalts bei zwei Rationen mit gleicher Rezeptur bei Futtermitteln aus dem gleichen Bundesland und Anbaujahr bei 33 g/kg T. Das Forscherteam weist darauf hin, dass die Unterschiede beim Gehalt wichtiger Inhaltsstoffe noch größer ausfallen, wenn die eingesetzten Futtermittel von anderen Standorten oder aus verschiedenen Anbaujahren stammen.

Futterkomponenten mit NIRS-Methode testen

Auf Basis der Ergebnisse empfiehlt das Forscherteam Biobetrieben, die Inhaltsstoffe ihrer Futterkomponenten mithilfe der kostengünstigen NIRS-Methode regelmäßig zu kontrollieren und die Ergebnisse bei der Berechnung der Rationen zu berücksichtigen. Theoretische Gehalte aus Tabellen gäben dagegen nur eine ungefähre Größenordnung wider.

Das Projekt wurde vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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