Agravis-Versammlung

Qaim: „Ökolandbau rettet die Welt nicht“ Premium

Die Welt ernähren und gleichzeitig das Klima schützen. Die Landwirtschaft steht vor großen Aufgaben, die neue Wege erfordern, glaubt Prof. Qaim aus Göttingen.

„Bisher ist der Klimawandel global gesehen für die Produktivität der Landwirtschaft nicht von Nachteil“, überraschte Prof. Dr. Matin Qaim von der Uni Göttingen seine Zuhörer. Es gebe Regionen, die profitierten vom Klimawandel, wie beispielsweise Sibirien, erläuterte er seine These im Vorfeld der Agravis-Hauptversammlung am Mittwoch in Hannover.

Ertragszuwächse und –rückgänge glichen sich global bisher aus. Das werde sich aber bald ändern, warnte er. Rund 70 % der Prognose-Studien kämen zu dem Schluss, dass man bis 2050 durch den Klimawandel mit Ertragseinbußen von 10 bis über 25 % rechnen müsse.

Ressourcen werden knapp

Das sei ein Problem, weil die Landwirtschaft 2050 voraussichtlich 9,8 Mrd. Menschen ernähren müsse. Das sind 2 Mrd. mehr als heute. ...

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Artikel geschrieben von

Andreas Beckhove

Redakteur Markt

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Diskussionen zum Artikel

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von Bernd Müller

Es gibt anscheinend doch noch Wissenschaftler, die sich mit Fakten beschäftigen und nicht ideologisch voreingenommen sind...

von Paul Siewecke

das klingt jetzt vielleicht böse...

aber über kurz oder lang wird es eine Begrenzung des weltweiten Bevölkerungswachstums geben müssen! Eine Weide verträgt auch nur eine begrenzte Anzahl an Tieren. Werden es zu viele, dann verhungern alle!

von Rudolf Rößle

Tundra und Taiga

wir werden ein immens großes Problem bekommen, wenn die Moorgebiete vom Permafrost befreit werden. Unter dem Eis befinden sich riesige Methanblasen, die zu einer massiv ansteigender Klimaerwärmung führen werden.

von Hans Nagl

Hunger

Hunger ist ein Verteilungsproblem. Aber unser konventioneller Landbau ist kein nachhaltige Lösung. Die Ertrage werden nur mit Einsatz von noch vorhandenen Bodenschätzen erkauft. Wir brauchen in Zukunft die besten Seiten der zwei Systeme.

von Klaus Fiederling

@Steffek

HUNGER ist aktuell ein eher von Menschenhand gemachtes ökonomisches Problem und kein Produktionsproblem von derzeit verfügbaren Mengen an Nahrungsmitteln. // Es gibt ansonsten keine Spezies auf diesem Planeten, die derart gewaltbereit auch gewillt ist, sich gegenseitig umzubringen; und darin angesiedelt liegt das grundlegende Problem des Hungers. Ursächlich ist der Egoismus des Einzelindividuums Mensch, seinen eigenen Wohlstand nicht einmal ansatzweise nur einzuschränken. Man geht von einer sozialen Grundhaltung zwar aus, tatsächlich ist eine solche allerdings bei den wenigsten vorhanden.

von Klaus Fiederling

Weiterführende Gedankenspiele

An obigem Konzept fehlt generell die Forderung aus diesen berufenen Munden, dass das, was auf dem Acker wächst, letztlich auch auf einem Teller ankommen sollte; daher muss nunmehr endlich in einer Untersuchung belastbar dargelegt werden, was einem realen Bedarf entspräche. Wie viele Kilojoule braucht ein Mensch jeden Tag? // Die bisherigen Gunstregionen über Jahrhunderte hinweg stellen nicht automatisch ein Naturgesetz dar; eine Gegebenheit, dass ca. 20% der Weltbevölkerung über Jahrhunderte hinweg in einem glückseligen, alles bestimmenden Europa leben durften, gehören mittlerweile längst der Vergangenheit an. Heute werden wir von jenen überrannt, die ehemals nicht in das richtige Fleckchen Erde hineingeboren wurden. // Sibirien als Profiteur des Klimawandels hat Potential, es gibt aber noch andere große Flächenareale, die hier zu listen sind. Jene weitreichenden Konsequenzen, sollte der magnetische Nordpol wandern, kann heute offensichtlich noch niemand so wirklich abschätzen. Anzeichen dafür scheinen allerdings durchaus schon existent zu sein. In der Geschichte unseres Blauen Planeten hat es solche Ereignisse das eine oder andere Mal schon gegeben, folgerichtig abgebildet werden dieselben von unseren geistigen Eliten bislang allerdings noch nicht. // Klassisch auch ein Anspruchsdenken, das in unseren güldenen Käfigen beheimatet ist, dass man von jährlich linearen Ertragszuwächsen ausgeht. Gibt es in der Natur solche Geraden, quasi linearen Zusammenhänge, wirklich? // Innerhalb der Gunstregionen Zentraleuropas haben wir im letzten Jahr die schlechteste Ernte einer ganzen Bauerngeneration eingefahren, mit welchen Auswirkungen auf das jeweilige Erzeugerpreisniveau!? Wie rasch lassen sich damit die wissenschaftlich überaus euphorischen Aussagen eines namhaften Prof. Dr. Qaim relativieren!? - „Wie war das noch mit der letzten „grünen Revolution...?“ hochverehrter Herr Prof. Dr. Qaim.

von Gerhard Steffek

Richtige Analyse!

und endlich mal einer der wieder Tacheles redet. Sollte sich auch die Schulze anhören! Der ihr dummes und zugleich perfides Geschwätz von mehr Bio bei mehr als 800 Mio. Menschen (lt. Klöckner) die Hungern ist doch nur unverantwortlich. Wie kann A. Merkel solche blindwütigen Ideologen nur in ihrem Kabinett dulden? Politikversagen auf der ganzen Linie somit. __ Das einzige womit ich ein Problem habe, sind die zukünftigen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung. Er nimmt dazu die Zahlen von der UN her (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Staaten_und_Territorien_nach_Bev%C3%B6lkerungsentwicklung), bei der derzeitigen Entwicklung sehe ich allerdings schon erheblich früher ein Problem auf uns zukommen. Vor diesem Hintergrund frage ich mich eigentlich immer öfter wieso die Verantwortlichen oder Maßgeblichen (hier auch Prof. Quaim) dies nicht verstärkt öffentlich ansprechen. Stattdessen wird so ein unsäglicher "Migrationspakt" aufgelegt, der das grundsätzliche Problem der Bevölkerungsentwicklung nur verschiebt und über den ganzen Globus verteilt. Die hauptsächlichen Verursacher werden durch diesen Pakt nur belohnt und entlastet. Hier ist es aber wie mit einem Süchtigen, der seine Situation nicht erkennen WILL! Viele dieser Leute müssen erst einmal gewaltig auf den Boden aufschlagen bevor sie ins Grübeln kommen und ihre Situation überdenken. Durch den Migrationspakt bekommen wir höchstens die Situation vor der schon Peter Scholl-Latour gewarnt hat als er sagte: "Du kannst Kalkutta nicht retten indem du halb Kalkutta aufnimmst. Du wirst nur selber zu Kalkutta."__ Jeder der die Lage nüchtern betrachtet wird sagen das er damit Recht hatte. Wir sind mittlerweile schon auf den besten Weg dahin Kalkutta zu werden. Damit ist allerdings niemanden geholfen. Zum Einen haben wir damit Unfrieden im eigenen Hause und zum Anderen binden wir unnötig Ressourcen die wir dringend bräuchten um eben helfen zu können. Das dann aber vor Ort, damit es allen zu Gute kommt. Wir haben somit ein Politversagen auf der ganzen Linie. Hoffentlich findet sich mal wieder ein bißchen gesunder Menschenverstand, der das ganze wieder zurecht rückt. Aussagen wie die von Prof. Matin Quaim sind schon mal ein Anfang.

von Christian Bothe

Qaim

Prof .Qaim ist der einzige Wissenschaftler, dessen Zitate und Auffassungen „ohne wenn und aber,“ realistisch die Entwicklung unserer LW darstellen. Selbst das zum Ökolandbau ist korrekt.Solche Wissenschaftler brauchen wir und nicht Taube,Gräfe u.a. den Mainstream folgende und fördernde Typen...Mehr davon publizieren,lb.Top agrar Journalisten!

von Wilhelm Grimm

Prof Qaim ist gut, aber er passt nicht zu uns !

Wir sind degeneriert und behäbig und wollen zurück, alles ist so traurig und schlecht. Unser Grundwasser ist nach Malta das zweitschlechteste in Europa Daher werden wir unsere Ackerbau- und Tierhaltungsstrategien "perfektionieren". Das ist zwar schlecht für das Klima, aber die Ministerinnen Schulze und Klöckner wollen aufeinander zugehen und sich versöhnen. Das ist wichtiger als das Klima. Hunger und gentechnisch verbesserte Pflanzen und Tiere brauchen wir nicht, denn wir sind satt und haben es satt. Nur so lassen sich Wahlen gewinnen.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Richtig aber

mit diesen Thesen kommt er nicht ins Rampenlicht.

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