Österreich

300 junge Schweinebauern per WhatsApp immer up do date

300 junge Schweinebauern gehören bereits zu den Jungen Veredlern Oberösterreich. Über eine WhatsApp-Gruppe teilen sie ihre Erfahrungen. top agrar Österreich hat sie besucht.

Soll ich bei der Lüftungseinstellung etwas verändern? Könnte eine Zeiterfassungs-App etwas für mich sein? Sind Tränker-Schutzbügel etwas Gescheites? Über solche Fragen tauschen sich die Mitglieder der Jungen Veredler über WhatsApp aus.

Diese Gruppe gibt es seit drei Jahren in Oberösterreich. Sie wurde von fünf engagierten jungen Landwirten gegründet. „Die Rinderbauern hatten schon die Gruppe der Jungzüchter. Wir wollten auch etwas für junge Schweinebauern auf die Füße stellen“, erklärt Thomas Reisecker, einer der Mitbegründer.

Schon 300 Mitglieder

Wichtig war ihm, dass sich alle Schweinebauern angesprochen fühlen und nicht nur Mitglieder des Verbandes landwirtschaflicher Veredelungsproduzenten (VLV). So gründete er eine unabhängige WhatsApp-Gruppe, der jeder Züchter sowie Mäster beitreten kann. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es nicht.

Schon nach kurzer Zeit ging die Gruppe völlig über. „Ich wusste bis dahin nicht, dass es bei WhatsApp eine begrenzte Gruppengröße gibt“, erzählt Reisecker. Als Lösung spaltete er die Jungen Veredler in eine Ost- und eine West-Gruppe. Insgesamt zählen aktuell 300 Schweinebauern zu den Jungen Veredlern Oberösterreich.

Für jeden gelten die gleichen Regeln: Nur konstruktive Nachrichten über die Landwirtschaft sind erlaubt, Spaßvideos und ähnliches sind tabu.

Interessen bündeln

Ziel der Gruppe ist es einerseits, Informationen schnell auszutauschen. „Als zum Beispiel der PRRS-Ausbruch in Steinhaus war, waren alle in der Gruppe sofort informiert. Schneller geht es kaum“, berichtet Reisecker.

Daneben sollen die Interessen der Jungen gebündelt werden. „Die Jungen haben oft ganz andere Zugänge zu bestimmten landwirtschaftlichen Themen. Durch die Jungen Veredler können wir diese sammeln und auch vor höheren Gremien vertreten“, betont er.

Die Schweinebauern können sich aber nicht nur über die WhatsApp-Gruppe austauschen. Es gibt auch einige Veranstaltungen, Diskussionsabende und auch Betriebsbesuche, die Reisecker organisiert. So konnten die Jungen Veredler schon mit Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse über den Schweinemarkt diskutieren oder sich bei der AMA über neue Projekte informieren.

Neue Mitglieder sind gerne willkommen. Diese müssen sich nur bei Thomas Reisecker Thomas.Reisecker@schweineboerse.at melden. Er fügt sie dann der WhatsApp-Gruppe hinzu. Wollen diese nicht mehr bei den Jungen Veredlern dabei sein, dann können sie die Gruppe per Fingertipp verlassen. Im Schnitt sind die Mitglieder zwischen 16 und 45 Jahre alt. Da sich die Jungen immer mehr vernetzen wollen, wächst die Gruppe stetig.

Schweinemäster Thomas Reisecker aus St. Georgen hat die Jungen Veredler Oberösterreich mitbegründet und ist erste Ansprechperson. (Bildquelle: Kraml)

Bundesweite Gruppe in Plan

Geplant ist es auch, die Jungen Veredler Österreich aufzubauen. In dieser Gruppe sollen sich Schweinebauern aus allen Bundesländern vernetzen können. Dazu soll in Niederösterreich eine Jugendorganisation entstehen und mit der Jungen Styriabrid und den Jungen Veredlern OÖ verschmelzen.

Dies befindet sich jedoch noch in den Startlöchern. Zunächst müssen sich genug Schweinebauern für eine niederösterreichische Gruppe finden. Hierfür ist Christoph Heiß der Ansprechpartner c.heiss@gutstreitdorf.at.

Thomas Reisecker ist sich sicher, dass sich die jungen Schweinebauern so noch besser untereinander austauschen können. Gleichzeitig können zusammen Projekte viel einfacher gestemmt werden. Dabei geht es auch um Forschungsfragen, wie beispielsweise zum Thema Tierwohl, die die Jungen Veredler in Zukunft angehen wollen.

Bei eigens organisierten Betriebsbesuchen können sich die Jungen Veredler noch intensiver austauschen. (Bildquelle: Reisecker)

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Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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