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DLG: Landwirtschaft wird jedes Jahr nachhaltiger!

Laut DLG hat sich die Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft von 1990 bis 2016 jährlich um durchschnittlich 1,4 % verbessert. Verantwortlich dafür seien vor allem Fortschritte im Umweltbereich.

Die Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft hat sich seit 1990 jährlich um 1,4 Prozent verbessert. Das geht aus dem Nachhaltigkeits-Index für die deutsche Landwirtschaft hervor, den die DLG am Donnerstag veröffentlicht hat. Für den aggregierten Index wurden die drei Nachhaltigkeitskomponenten Ökonomie, Ökologie und Soziales auf der Basis von Einzelindikatoren gleichgewichtet berücksichtigt

Demnach sei Nachhaltigkeit der Produktionsverfahren in Ackerbau und Tierhaltung längst zum unternehmerischen Ziel moderner Landwirtschaft geworden, sagte Hubertus Paetow, Präsident der DLG.

In der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wird das Problem der Stickstoff-Gesamtbilanz-Überschüsse und der Treibhausgas-Emissionen (THG) aus der Landwirtschaft. Im Ergebnis beträgt die durchschnittliche jährliche Besserungsrate des Teilindikators Abbau Stickstoff-Gesamtbilanz-Überschuss 3,6 %, die der Minderung der Treibhausgasemissionen 2,3 %. Der Komponentenindex Ökologie insgesamt schneidet mit einer erfreulichen durchschnittlichen jährlichen Zielverbesserung von 3,1 % ab, so die DLG weiter.

Geringeres Wachstum in den Bereichen „Ökonomie“ und „Soziales“

Bei dem Komponentenindex Ökonomie wird die Produktivitätsentwicklung im Hinblick auf die Generierung realer Wertschöpfung erfasst. Durch die Wachstumsrate lässt sich der Fortschritt in Produktivität und Effizienz ablesen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate beträgt 0,15 %. „Leider musste die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren aufgrund von Preistiefs Produktivitätseinbrüche hinnehmen, die zu geringeren Wachstumsraten geführt haben“, nennt der DLG-Präsident einen der Gründe für die geringeren Wachstumsraten.

Als geeigneter Indikator für den Komponentenindex Soziales wird der einfache Einkommensvergleich herangezogen, in dem der Bruttoinlandsprodukt-Anteil (BIP-Anteil) der Landwirtschaft auf den Beschäftigtenanteil (Agrarquote) bezogen wird. Das Gesamteinkommen wird als Zielgröße definiert. Jede Annäherung des Indikators an die Zielgröße wird als Verbesserung der sozialen Lage der Landwirtschaft interpretiert. Der durchschnittliche Zuwachs beträgt 0,3 %.

Jährliche Steigerungsraten dank Verbesserungen im Umweltbereich

„Aus den offensichtlich geringeren Steigerungsraten der Indikatoren in den Bereichen Ökonomie und Soziales lässt sich ableiten, dass die Steigerung des aggregierten Nachhaltigkeits-Index von jährlich insgesamt 1,4 % vor allem auf Verbesserungen im Umweltbereich zurückzuführen ist“, erklärt Hubertus Paetow und stellt weiter fest: „Die Landwirte antizipieren die Anforderungen der Gesellschaft an Umwelt- und Klimaschutz und verstehen unter Fortschritt diesbezügliche Verbesserungen von Verfahren sowie des Tierwohls, denn die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen sichere die dauerhafte gesellschaftliche Akzeptanz.“

Zum „Nachhaltigkeits-Index 2018 – Landwirtschaft in Deutschland“

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Not kennt kein Gebot!

Dieses Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Mehr oder weniger wurden die ganzen Jahrhunderte in den Zeiten der biologischen Mangelwirtschaft und mangels besserem Wissen danach gehandelt. Erst mit mehr Wissen über die biologischen Abläufe konnte doch einiges verstanden werden. Erst mit mehr Wohlstand kann aber auch mehr "Luxus" in Arbeitsabläufen Einzug halten, sprich im Rahmen der Landwirtschaft "nachhaltiger" gearbeitet werden. Was immer man darunter verstehen will. Denn ist es nicht so, daß ausgerechnet die Landwirtschaft schon immer ein Interesse an Nachhaltigkeit haben mußte? Allerdings steht nun mal vor dem Interesse anderer immer das Eigene. Auch jeder normale Industriebetrieb handelt so. Das Interesse eines jeden Betriebsleiters ist doch den eigenen Betrieb so gut wie möglich zu entwickeln. Wird es aus welchen Gründen auch immer eng, so werden dann auch mal Mitarbeiter entlassen, Gelder gekürzt. Nachhaltig ist dann hier der Erhalt des Betriebes. Nachhaltig bedeutet hier eine bestmögliche Verwertung der Ressourcen und somit dann auch eine Schonung derer. Besonders in der Landwirtschaft kommt dies zum Tragen, denn der Boden verzeiht keine Fehler in der Bearbeitung. Ich kann mich noch gut an meinen Vater erinnern als ich ihn nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule danach fragte warum er keine Kalk streue. Seine Antwort: "Reiche Väter, arme Söhne. Weil der Kalk den Boden auszerre". Eine damals gängige Lehrmeinung. Ich grübelte lange darüber, bis ich die entsprechende Antwort fand. Der Satz stimmt, aber nur unter Vorbehalt. Kalk mobilisiert die Nährstoffe, zerrt somit den Boden aus, wenn ich jene nicht entsprechend ersetze. Der Vater wird reich durch reichere Ernten, der Sohn arm weil er keine Ernte mehr einfahren kann, da der Boden "Leer" ist. Oder aber er wird arm, weil er entsprechend viel Dünger streuen muß, um den leeren Boden wieder ertragreich zu bekommen. Nachhaltig ist hier das Maß im Gleichgewicht zu halten. Da ist es dann sogar egal ob "Konventionell" oder "Bio" gearbeitet wird. Bedenke ich aber den höheren Aufwand und geringeren Ertrag den ich mit der biologischen Wirtschaftsweise habe, dann bekommt "nachhaltiges Wirtschaften" für mich einen anderen Sinn. Diesen Sinn und diese Begrifflichkeit sollte sich die "moderne Landwirtschaft" von einigen Ideologen, die außer Meinung keine Ahnung haben (oder diese bewußt falsch verwenden), nicht nehmen lassen.

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