Hohenberghalle

Klöckner reagiert cool auf Störaktion von Tierrechtlern

Tierrechtler haben Agrarministerin Klöckner während eines Vortrags vor Bauern in Horb Lobbyismus vorgeworfen. Klöckner blieb ruhig und erklärte,warum es in der Agrarpolitik kein schwarz oder weiß, klein oder groß, gut oder schlecht gebe.

Beim Bauerntag der Kreise Freudenstadt und Calw in Horb haben Tierrechtler von "Menschen für Tierrechte" den Vortrag von Bundesagrarministerin Julia Klöckner gestört. Vor rund 700 Landwirten und Gästen im Saal erhoben sich mehrere Aktivisten und gingen zur Bühne, um ihren Unmut über die Landwirtschaft kundzutun, berichtet der Schwarzwälder Bote.

Auf Transparenten hätten sie u.a. ein Ende der Ferkelkastration oder der Tiertransporte gefordert und der CDU-Politikerin Lobbyismus vorgeworfen, berichten Augenzeugen. Klöckner hingegen sei – anders als viele Landwirte – ruhig geblieben und habe laut der Zeitung gemeint, dass es Okay sei, dass sie hier ihre Meinung sagen. Als Landwirte eingreifen wollten, habe Klöckner mit den Worten "Lasst sie doch!" die Lage beruhigt, heißt es.

Nachdem die Störer aus dem Saal waren, habe Klöckner ihre Rede geändert und den Vorwurf des Lobbyismus kommentiert. Dazu zitiert der Schwarzwälder Bote: "Ich stehe als Ministerin für Ernährung, Verbraucher und Landwirtschaft in der Mitte. Es bringt aber nichts, wenn man die Diskussion um die Ernährung um alles oder nichts oder auf schwarz und weiß radikalisiert. Wir brauchen eine andere Debattenkultur. Ich halte nichts von Kampfbegriffen. Es kommt auf die Qualität an, wie man mit Tieren und dem Acker umgeht. Wer sagt: Wer viel hat, ist schlecht und wer wenig hat, ist automatisch gut – das ist mir intellektuell unterkomplex!"

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Mit Gelassenheit -

muß man die Vorwürfe Unkundiger hören (Seneca epistulae morales 76,4)! Es ist schon erstaunlich, aber immer mehr wird offenkundig das Thilo Sarrazin recht bekommt mit seinem "Deutschland schafft sich ab", wenn es so weitergeht. Man sollte es sich ja auch mal durchdenken, wieviele "unproduktive Besserwisser" es mittlerweile gibt. Egal ob DUH, Tierschutzbund, NABU, BUND, auch die ganzen "Petitionsvereine" sind alles im Grund nur unproduktive Querulanten die der tatsächlich wertschöpfenden Gesellschaft das Leben schwer machen. Auf der anderen Seite wird von Seiten der Politik über Fachkräftemangel gejammert, dabei ist aber ausgerechnet diese Schuld an dieser Misere. Da wurden doch über die Jahrzehnte nur lauter Akademiker herangebildet, die sich als "Fachkraft" aber zu schade sind (und zudem oft genug nicht zu gebrauchen sind, oder möchte jemand Anton Hofreiter, A. Nahles, KGE, Svenja Schulze, Th. Schröder als Fachkraft bei sich einstellen?) aber dann vor lauter dumm und arrogant glauben alles besser zu wissen. Hier wird auch wieder offenbar: Die dummen Hunde beißen sich selber!

von Bernd Croonenbroek

Die den Daumen nach unten zeigen

Es ist ja gut zu wissen das auch Tierschützer Top agrar beziehen. Schreibt doch auch mal einen Kommentar, oder seit Ihr zu feige ????

von Wilhelm Grimm

Ihre rhetorischen Fähigkeiten brauchen wir, aber

sie wird von der CDU/CSU zu Kompromissen mit Frau Schulze gezwungen. Die Agrarpolitischen Rahmenbedingungen werden von den NGOs bestimmt. Damit können wir nicht leben und unsere tollen jungen Leute werden verheitzt, was für deren Lebensweg eine unglaubliche Tragödie bedeutet

von Egon Kaiser

Sehr gut Frau Klöckner. Halten Sie den Umwelt- und Tierschutzverbänden bloß nicht den kleinen Finger hin, das führt zu grossflächigen Amputationen ohne Narkose (Arm ab).

von Bernd Croonenbroek

Tierrechtler haben immer was zu Kacken

Ein Schwein könne auf 10 m² gehalten werden, dann ist es immer noch nicht gut !!! Für die ist erst ruhe wenn die Landwirtschaft in Deutschland tot ist. Die haben ja Glück gehabt bei 700 Landwirten !!!

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