BVE

Lebensmittelhersteller sehen sich auf Risiken in globalen Lieferketten gut vorbereitet

Der Wind auf den internationalen Rohstoffmärkten wird für die Ernährungsindustrie rauer. Daher setzen immer mehr Unternehmen auf ein umfassendes Issue-Monitoring, eine hinreichende Risikobewertung und eine angemessene Risikokommunikation, um das Vertrauen aller Markbeteiligten in ihre Produkte und Marken nachhaltig zu sichern.

Der globale Einkauf von Rohstoffen nimmt rasant zu. In den letzten zehn Jahren haben sich globalisierte Warenströme mehr als verdreifacht. Immer mehr Akteure drängen auf den Weltmarkt und kaum ein Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie kann sich dem entziehen.

Wie sich die Unternehmen auf die Herausforderungen in komplexen Lieferketten vorbereiten, zeigt die aktuelle Studie der AFC Risk & Crisis Consult (AFC) in Kooperation mit der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Rund 300 für Risiko- und Krisenmanagement verantwortliche Mitarbeiter wurden dazu befragt.

„Die Ergebnisse der BVE/AFC-Studie verdeutlichen, dass 54 Prozent der Unternehmen bereits ein kontinuierliches Issue-Monitoring nutzen, um ihre Risiken frühzeitig zu identifizieren. Erfreulich ist, dass im Vergleich zu unserer Befragung im Jahr 2015 in allen Bereichen ein positiver Trend zu beobachten ist“, erklärt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der BVE

Diese positive Entwicklung sieht Dr. Michael Lendle, Geschäftsführer der AFC Risk & Crisis Consult in der zunehmenden Sensibilisierung der Ernährungsbranche für Risikothemen bestätigt: „Immer mehr Unternehmen setzen auf ein umfassendes Issue-Monitoring, eine hinreichende Risikobewertung und eine angemessene Risikokommunikation, um das Vertrauen aller Markbeteiligten in ihre Produkte und Marken nachhaltig zu sichern.“

Wie sind die Unternehmen aktiv? Die vorliegende Studie belegt, dass mittlerweile 82 Prozent der Unternehmen verpflichtende Zertifizierungen durchführen, das sind 15 Prozent mehr als 2015, sowie 78 Prozent Audits und Kontrollen vor Ort veranlassen und 76 Prozent risikobasierte Lieferantenbewertungen erstellen. Bei der Umsetzung einiger Maßnahmen, wie zum Beispiel dem regelmäßigen Risiko-Monitoring (54 Prozent) und der Sensibilisierung und Schulung der Lieferanten bezüglich bestehender Risikothemen (33 Prozent), besteht noch Nachholbedarf, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Laut Studie sehen sich Unternehmen in erster Linie mit Risiken hinsichtlich Produktkontamination (80 Prozent), mit kritischen Testberichten (66 Prozent) und Lebensmittel-Betrug (66 Prozent) konfrontiert. Auch Themen wie Inhalts- und Zusatzstoffe (62 Prozent), Kennzeichnung (51 Pro-zent), Lieferanten- und Lieferausfälle (51 Prozent) sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit (47 Prozent) sind genannte Herausforderungen. Diese Bandbreite macht deutlich, dass ein Ineinandergreifen der Bereiche Risikoprävention, Krisenkoordination und Kommunikation unbedingt erforderlich ist.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Regional ist besser, wird nur nicht stets zur Verfügung stehen!

Die Marke ist stets die Gleiche, nur die Herkunft ist unterschiedlich, und das birgt die Gefahr in sich, weil wir hier in Deutschland(EU) nicht die verantwortlichen Vorkontrollen haben. Nur Milchprodukte stehen hier für das ganze Jahr zur Verfügung, sind 99,99% sicher, und werden so schlecht bezahlt! Man finde den Fehler.

von Erwin Schmidbauer

Aha

Und wer behauptet unter diesen Gesichtspunkten immer, dass "regional" das neue Bio sei? Offensichtlich glaubt und traut man diesem "Trend" bei der Lebensmittelindustrie nicht.

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