Trotz Krise

Monsanto bleibt für Bayer „profitabel“

Für Bayer ist Monsanto nach eigener Aussage in erheblichem Maß „profitabel“. Die Zahlen spiegelten den wirtschaftlichen Erfolg und die Sinnhaftigkeit der Akquisition wider, sagte der neue Deutschland-Chef von Bayer Crop Science, Peter Müller.

Die Übernahme von Monsanto erweist sich für Bayer ungeachtet der laufenden Gerichtsprozesse rund um das Herbizid Roundup in den USA in erheblichem Maß als „profitabel“. Der neue Geschäftsführer der Bayer Crop Science Deutschland GmbH, Peter Müller, verwies vor Journalisten in Deidesheim auf die „bereits belegten“ Ergebnis- und Erlöszuwächse 2018 und kündigte für Ende April Zahlen an, die eine positive Entwicklung der entsprechenden Geschäftsfelder ausweisen würden.

„Die bereits veröffentlichten Zahlen spiegeln den wirtschaftlichen Erfolg und die Sinnhaftigkeit der Akquisition wider“, so Müller. Die Integration sei auf einem guten Weg, brauche aber Zeit, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung. Diese habe sich nach der Übernahme insbesondere in Deutschland deutlich verschlechtert, räumte der Geschäftsführer ein. Der unternehmerische Erfolg des Konzerns sei ohne gesellschaftlichen Austausch nicht mehr möglich. Deshalb werde man in Zukunft noch stärker den Dialog suchen und Daten zu eigenen Produkten zur Verfügung stellen, erklärte Müller.

Fortschritt erhofft er sich in der Nachhaltigkeitsdiskussion auch von einer präziseren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Der Geschäftsführer verwies auf Zahlen des Unternehmens, wonach der Glyphosateinsatz in Deutschland 2018, allerdings auch trockenheitsbedingt, im Vorjahresvergleich um 20 % gesenkt und gegenüber 2012 fast halbiert worden sei.

Darüber hinaus bringe die Digitalisierung neue Möglichkeiten zur gezielten Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mit sich. Müller kündigte in dem Zusammenhang Niederlassungen der Tochter „The Climate Corporation“ in Europa und Deutschland sowie die Einführung der Plattform FieldView an, ohne aber einen konkreten Zeitraum zu nennen.

Zur Entwicklung des Marktes von Pflanzenschutzmitteln für Sonderkulturen berichtete der Leiter des Vertriebsteams Sonderkulturen, Georg Beer, für 2018 von einer leichten Zunahme der Umsätze gegenüber dem Vorjahr auf 156 Mio Euro. Für 2019 sei von gleichbleibenden Anbauflächen und einem stabilen bis leicht wachsenden Markt auszugehen, so Beer.

Kostensparplan trifft 4 500 Stellen in Deutschland

Unkommentiert blieb in Deidesheim der von Bayer wenige Tage zuvor angekündigte Stellenabbau in Deutschland. Demnach werden 4 500 Arbeitsplätze entfallen, wobei 3 000 davon dem Konzern zufolge „Querschnittsfunktionen“ betreffen, beispielsweise innerhalb der Verwaltung oder der IT. Betriebsbedingte Kündigungen seien in Deutschland allerdings bis 2025 ausgeschlossen. Stellen könnten hier durch Abfindungen, Altersteilzeit oder die übliche Fluktuation frei werden. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht sind jedoch nur 5 % der Beschäftigten älter als 60 Jahre.

Der Standort Deutschland zählte Ende 2018 mit insgesamt 32 140 Mitarbeitern die meisten Beschäftigten bei Bayer. Die Streichung der Arbeitsplätze steht nicht in Zusammenhang mit dem jüngsten Urteil zur Schadenersatzzahlung wegen der vermeintlich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels Roundup in den USA, sondern mit der Übernahme Monsantos.

Bereits Ende November 2018 hatte der Konzern angekündigt, weltweit 12 000 Stellen zu streichen. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter belief sich Ende des vergangenen Jahres auf 116 998; ein Jahr zuvor waren es - vor der Übernahme Monsantos - 17,2 % weniger gewesen. Aufgrund des Kaufs des US-Unternehmens ist in der Division Crop Science die Mitarbeiterzahl laut Geschäftsbericht von 2017 auf 2018 um 83 % auf 38 109 gestiegen. Es seien insgesamt 22 100 Angestellte hinzugekommen, durch Abgänge im Zuge der Divestments an die BASF aber auch 4 700 verlorengegangen.

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Diskussionen zum Artikel

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von Thomas Eichler

Fehlkauf!

Bayer inkl. Monsanto ist aktuell an der Börse geringer bewertet als der Kaufpreis, den man für Monsanto gezahlt hat. Somit kann die Akquisition kaum als Erfolg bezeichnet werden.

von Paul Siewecke

Anscheinend wissen die Aktionäre aber mehr, wie sonst erklären sich die desaströsen Kursverluste?

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