Hilfe für Schafhalter

Rheinland-Pfalz will Weidtierhalter finanziell unterstützen

Schäfer verdienen unter Mindestlohn und haben es immer schwerer. Rheinland-Pfalz will ihnen nun unter die Arme greifen, gerade weil Weidetierhaltung stark zur Artenvielfalt beiträgt.

Flächen, die von Schafen und Ziegen beweidetet werden, zählen zu den artenreichsten landwirtschaftlichsten Flächen. Das weiß auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin.

Wie Ulrike Höfken am Donnerstag bestätigte, leisten Weidetierhalter mit ihrer Arbeit einen überaus wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Zugleich ist die wirtschaftliche Situation vieler Schaf- und Ziegenhalter schwierig: Laut Schaf-Report Baden-Württemberg lag der Durchschnittslohn eines Schafhalters bei rund 6,80 Euro – also weit unter dem Mindestlohn und das für eine verantwortungsvolle Tätigkeit bei Wind und Wetter. In der Schafhaltung findet seit 2010 ein massiver Strukturbruch statt, sowohl was Schaf-Zahlen, Betriebe als auch Flächen angeht.

„Das hat überaus negative Folgen für Natur und Umwelt. Aus diesem Grund setzen wir uns im Bundesrat für eine Weidetierprämie ein“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken im Vorfeld der Sitzung der Länderkammer am heutigen Freitag. Gemeinsam mit Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg hatte Rheinland-Pfalz im Umweltausschuss des Bundesrats einen entsprechenden Antrag eingebracht, dessen Forderungen nun auch in die entsprechende Bundesratsentschließung von Mecklenburg-Vorpommern eingeflossen sind.

„Wir bitten die Bundesregierung, die wirtschaftliche Situation der Weidetierhalter zu verbessern und ihnen eine zusätzliche Förderung von 30 Euro pro Mutterschaf oder Ziege im Jahr zu zahlen. Die Gelder sollten aus der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) genommen werden“, sagte Höfken weiter. Der Vorteil sei, dass diese finanzielle Unterstützung unabhängig sei von einer Kofinanzierung durch die Länderhaushalte und deswegen nicht an fehlenden Finanzmitteln scheitert.

„Wir diskutieren seit Monaten über die Sorgen der Weidtierhalter in Bezug auf die Rückkehr des Wolfes. Mir ist bewusst, dass Schaf- und Ziegenhalter trotz der gemeinsam erarbeiteten Wolfmanagement-Pläne Angst um ihre Tiere haben und für den Schutz der Herden großer Aufwand betrieben werden muss. Daher möchten wir sie wirtschaftlich stärken und ihre Leistungen ordentlich honorieren“, betonte die Ministerin.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Richtiger Ansatz?

Wäre es da nicht viel besser, die Nachfrage nach regionalen, deutschen Schaffleischprodukten zu stärken und zu fördern. Immerhin beträgt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur 45 %.

von Andreas Thiel

Mutterkühe...

Nicht vergessen...

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